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Die intelligente Stadt

Die intelligente Stadt
Mit einem großen Team und vielen Partnern soll in den kommenden fünf Jahren das Projekt „Urban Life+“ vorangetrieben werden.
Mönchengladbach. Als eine von nur fünf Städten in ganz Deutschland erhält die Stadt Fördermittel von 5,6 Millionen Euro für das Projekt „Urban Life+“. Ziel ist es, den Senioren das Leben in der Stadt zu erleichtern. Dabei sollen technische Innovationen helfen. Von David Friederichs

Straßenlampen, die ihre Helligkeit auf das Sehvermögen der Passanten anpassen, eine individuelle Verlängerung der Ampelphase für Fußgänger, eine Hilfe zum Finden der nächsten Sitzmöglichkeit oder höhenverstellbare Bänke – all das klingt wie ferne Zukunftsmusik, könnte in Mönchengladbach aber schon bald Wirklichkeit werden. Denn die Vitusstadt hat als eine von nur fünf Städten in ganz Deutschland den Zuschlag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung erhalten, das eingereichte Projekt „Urban Life+“ mit Leben zu füllen.

Rund 5,6 Millionen Euro stehen in den kommenden fünf Jahren zur Verfügung, um Senioren ein selbstbestimmtes und sicheres Bewegen auch außerhalb der eigenen vier Wände zu ermöglichen. „In den letzten Jahren ist viel dafür getan worden, die Situation in den Wohnungen der Senioren zu verbessern, im öffentlichen Raum aber hat sich sehr wenig getan“, sagt Prof. Dr. Stefan Kirn von der Universität Hohenheim. Zusammen mit den Projektverantwortlichen bei der Sozial Holding und vielen lokalen Partnern, wurde das Konzept erstellt, das nun umgesetzt wird. So stellt die Hochschule Niederrhein seine Kompetenzen im Bereich der assistiven Systeme (Navigation, Routing) zur Verfügung. Auch der Rheinische Einzelhandelsverband ist mit im Boot. „Als immer älter werdende Gesellschaft sind natürlich auch die Senioren eine wachsende Zielgruppe. Wir müssen den Einzelhandel noch mehr für dieses Thema sensibilisieren“, sagt Jan Kaiser vom Einzelhandelsverband. Ganz praktisch könnte die Unterstützung der Städtischen Kliniken aussehen. Der Therapiegarten der Geriatrie am „Eli“ bietet sich als optimaler Ort an, um technische Neuerungen in der Praxis zu testen, ehe man sie im öffentlichen Raum installiert.

Frank Kindervatter vom Vorstand der NEW AG hat Visionen im Bereich der öffentlichen Verkehrsmittel: „Wenn der Busfahrer schon zwei Stationen vorher weiß, dass ein Mensch mit Rollstuhl einsteigen wird, kann er sich und die Fahrgäste schon im Vorfeld darauf einstellen.“ Auch könnte er sich vorstellen, dass man dem Wartenden an der Bushaltestelle Rückmeldung geben kann, ob überhaupt Platz im Bus sei, oder der entsprechende Platz schon besetzt ist.

„Unser Ziel ist es, durch zahlreiche Maßnahmen die Unfallhäufigkeit der Senioren in ihren Quartieren um 20 Prozent zu senken“, sagt Helmut Wallrafen, Geschäftsführer der Sozial-Holding. Visionen von heute könnten so in ein paar Jahren schon Realität sein.

(Report Anzeigenblatt)