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Die Schöpfung bewahren

Die Schöpfung bewahren
Weihbischof Karl Borsch im Labor des Fachbereichs Oecotrophologie. FOTO: HS Niederrhein
Mönchengladbach. Der Weihbischof des Bistums Aachen, Karl Borsch, hat die Hochschule Niederrhein besucht. Am Fachbereich Oeoctrophologie in Mönchengladbach informierte er sich im Lebensmittellabor über ein Projekt zur Wiederverwertung von Lebensmitteln und probierte das selbst gebraute Brotbier. Von der Redaktion

Im Anschluss sprach Borsch mit Studierenden, den Pastoralreferenten des katholischen Hochschulzentrums, Studienverlaufsberaterinnen und dem Vizepräsidenten für Studium und Lehre, Prof. Dr. Berthold Stegemerten.

Dabei ging es auch um die Frage, welche Rolle Kirche an der Hochschule spielen könne. Der Aachener Weihbischof machte deutlich, dass er die Angebote des katholischen Hochschulzentrums LAKUM in Krefeld und Mönchengladbach sehr schätzt. Neben dem Raum- und Lernangebot müsse es dabei auch um religiöse Inhalte gehen. "Wir wollen die christliche Botschaft und unser Menschenbild niemandem vorenthalten. Wir wollen es aktiv in die akademische Bildung einbringen und uns so auf Foren, Workshops oder Symposien dem gesellschaftlichen Diskurs stellen."

Zuvor hatte Borsch am Fachbereich Oecotrophologie das Lebensmittellabor besucht und sich über ein studentisches Projekt informiert, das Lebensmittelverlusten entgegenwirkt: das Brotbier. "In Deutschland fallen jährlich 600.000 Tonnen Restbrot und so genanntes Rückbrot an, das am Tag nicht verkauft werden konnte. Dieses ist einwandfrei, wird aber dennoch weggeworfen, weil es keine Abnehmer findet", erklärt Masterstudentin Jennifer Wiegard, die das Projekt betreut.

Da zum einen Brauereien über Schwierigkeiten bei der Versorgung mit Braugerste klagen (die zur Herstellung von Malz benötigt wird) und zum anderen Brot als Gärungsgrundlage anstelle von Malz verwendet werden kann, kam Prof. Dr. Georg Wittich auf die Idee, diese beiden Probleme zu verbinden – und als Lösungsansatz ein Brotbier zu entwickeln. Dabei wird ein Teil des Malzes durch Brot ersetzt. Wegen des deutschen Reinheitsgebotes könnte das Produkt in Deutschland nicht als Bier vertrieben werden. Aber im europäischen Ausland, wo andere Gärungsgrundlagen zulässig sind, wäre die Lösung interessant. Und dass es gut schmeckt, davon konnte sich auch Weihbischof Karl Borsch überzeugen, der das Projekt als zukunftsgewandt lobte. "Solche Projekte sind uns als Kirche besonders wichtig, da sie dazu beitragen, unsere Schöpfung zu bewahren", so Borsch.

Das Bier wird derzeit von Masterstudentin Jennifer Wiegard zusammen mit vier Studentinnen und Studenten des Langzeitprojektes Getränkeanalytik weiter entwickelt und analysiert.

(Report Anzeigenblatt)
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