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Die Spielarten sind zurück

Die Spielarten sind zurück
Das Stück „Die Geschichte eines langen Tages“ spielt im Wohnzimmer einer Familie. In diesem sitzen auch die Zuschauer und sind ganz nah dran an deren Leben. FOTO: BIS
Mönchengladbach. Das Kinder und Jugend Theaterfestival „Spielarten NRW“ hat es zum dritten Mal in Folge nach Mönchengladbach geschafft. Fünf ganz unterschiedliche Stücke erobern im September die Theaterbühne des BIS-Zentrums Von Gina Dollen

„Alle, die dabei sind, haben ihre Besonderheiten und ganz verschiedene Spielformen“, beschreibt Claudia Uebach-Pott die Theaterstücke, die es zum Festival „Spielarten 2016“ geschafft haben. Sie und

die anderen Jury Mitglieder des NRW-weiten Festivals sind fast ein Jahr lang von Theaterpremiere zu Theaterpremiere gereist, um die besten Stücke zu finden und auf die Bretter der Spielartenbühnen zu holen. Fünf davon werden vom 18. bis 27. September im BIS aufgeführt. Besonders der pädagogische Gedanke mache die Theaterstücke aus. Klassenlehrer können Unterrichtsmaterial zu den Stücken im BIS anfordern.

Den Anfang macht das Stück „Die Geschichte eines langen Tages“. Dieses Stück ist geprägt von einer Mischung aus Tanz, Musik und Spiel und handelt von den Hochs und Tiefs des Alltags einer Familie und die Zuschauer sitzen mittendrin. Mit nur 45 Minuten ist das Stück auch für die Kleinsten ab drei Jahren geeignet.

„Griff, der Unsichtbare“ handelt von Griff, der tagsüber unscheinbar ist und nachts zum Helden wird. Die Kulisse aus schlichten weißen Kissen und Matratzen drückt die Unscheinbarkeit aus, aber nachts, da werden die Matratzen mal eben zu Leinwänden, auf die das Heldenleben von Griff projiziert wird. Besonders für Kinder ab elf Jahren ein fantasievolles Erlebnis.

Perfekt für den praktischen Politikunterricht ist laut Claudia Uebach-Pott „Die Wundermauer“. Der einzige Schauspieler ist in diesem Stück abwechselnd mal der listige Fuchs, mal der alte König und mal das Volk. Auch die Zuschauer werden als Volk in Entscheidungen mit einbezogen und können so ganz spielerisch lernen, was Demokratie ist.

Etwas anders kommt das Stück „Die Geschichte vom Mann und dem Wal“ daher. Hier wird so gut wie nicht gesprochen, sondern nur mit Geräuschen, Musik und Bild gearbeitet. „Ein poetisches und wunderschönes Stück, bei dem man Regisseur und Schauspieler Etienne Borgers fast schon vergisst und in die faszinierende Tonwelt eintaucht“, schwärmt Uebach-Pott. Sie betont ebenfalls, dass ehrenamtliche Helfer, die mit einer Gruppe Migrationskindern kommen möchten, sehr willkommen sind und diese, wenn die nötigen Mittel nicht vorhanden sind, kostenlos ins Theater dürfen.

(Report Anzeigenblatt)