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Die Stadt leiser machen

Die Stadt leiser machen
Ausschnitt einer Karte, auf der die Belastungsachsen Mönchengladbachs zu sehen sind. Abb. aus dem 2. Lärmaktionsplan der Stadt
Mönchengladbach. So wie der Stadt Spiegel hat noch niemand in den zweiten Lärmaktionsplan der Stadt Mönchengladbach gesehen. Mitarbeiter der Stadtverwaltung erklärten die geräuschlose Kleinarbeit, zu der die Europäische Union sie verpflichtet hat. Von Klaus Schröder

Der Plan ist auf über 250 Seiten mit Tabellen, Karten und Analysen vollgestopft, aber eigentlich läuft es auf eine sehr einfache Erkenntnis hinaus: Lärm macht Mönchengladbachs Bewohner krank, auch wenn sie es gar nicht bewusst merken. Moritz Hilgers bringt die Konsequenzen auf diese vier Punkte: „Lärm vermeiden, vermindern, verlagern, davor schützen.“

Lärm vermeiden und vermindern, da kann jeder Bürger bei sich selbst anfangen: Mehr Wege mit dem Rad und zu Fuß zurücklegen, Autotüren nicht so laut zuschlagen.

Und die Verwaltung? Zusammen mit ihrem Kollegen nimmt sich Bettina Pahl die 19 identifizierten Belastungsachsen der Stadt vor, unterstützt von Eingaben der Bürger. „Die Beteiligung beim ersten Lärmaktionsplan war enorm, insgesamt etwa dreihundert Hinweise.“ Auch beim zweiten Aktionsplan wirken die Bürger mit. Die Fachleute verknüpfen dann den Anti-Lärmplan mit anderen strategischen Planungen, z.B. dem Lkw-Routenkonzept, dem Luftreinhalteplan und dem Nahverkehrskonzept. Ständig müssen sie dem Land über Fortschritte berichten, die dann dem Bund, der dann der EU. Alle europäischen Länder ziehen an einem Strang.

Eine

Vorsorge ist das Schallschutzfensterprogramm. Mit jährlich insgesamt 50 000 Euro ist der Förderbetrag zwar überschaubar, aber die Mittel sind noch nicht ausgeschöpft. Auf der Internetseite der Stadt kann man nachlesen, wie ein Antrag zu stellen ist. Eine weitere Vorsorge wird mit dem lärmoptimierten Asphalt betrieben, gemeinhin als Flüsterasphalt bezeichnet. Er ist nur minimal teurer als herkömmlicher Straßenbelag und wird seit 2011 eingesetzt.

Asphalt? Da ist die von den Bürgern geliebte und abgelehnte Tempo-30-Regelung nicht weit. „Viele Bürger wünschen sich die Verkehrsberuhigung.“ Ständig bemühen sich die Fachverwaltungen dort anschließend um Optimierung bei der Grünphase, z.B. mit gutem Erfolg auf der Hittastraße. So groß ist der Zeitverlust bei Tempo 30 oder 40 im übrigen nicht. „Dort geht es manchmal um eine Minute.“

(StadtSpiegel)