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Drei besondere Grazien

Drei besondere Grazien
Eva de Mai, Elena Satsukevych und Larissa Starozhilowa (v.l.) sind die „Drei Grazien“. Am 19. September startet ihr Projekt in der Friedenskirche Mönchengladbach. FOTO: Alexey Soloviev
Mönchengladbach. Am 19. September startet das Projekt „Drei Grazien. Moderne Frauen in Musik und Kunst“ mit einer Ausstellung und einem Konzert in der Friedenskirche. Hinter dem Pseudonym „Drei Grazien“ stehen drei Frauen mit beeindruckenden und teilweise tragischen Geschichten. Von David Friederichs

Schicksalsschläge gehören zum Leben dazu, sie prägen und stellen vor neue Herausforderungen. Wenn aber durch einen Schicksalsschlag die Leidenschaft und der Beruf gefährdet ist, dann ist dies nochmals eine andere Ebene. Genau solche Schicksalsschläge haben auch das Leben der drei Frauen bestimmt, die am kommenden Samstag, 19. September, mit dem Projekt „Drei Grazien. Moderne Frauen in Musik und Kunst“, zu einer Kunstausstellung sowie einem Vokalkonzert unter dem Motto „Alles über die Liebe“ in die Friedenskirche Mönchengladbach, Margarethenstraße 20, einladen.

Die „Drei Grazien“, das sind Eva de Mai, Larissa Starozhilowa und Elena Satsukevych. Alle drei kommen aus der ehemaligen Sowjetunion und haben hier in Mönchengladbach zusammengefunden. Dass sie überhaupt nun gemeinsam auftreten, grenzt schon fast an ein Wunder.

Larissa Starozhilowa, die Initiatorin, studierte in ihrer Heimat Kirgisien Gesang- und Gesangspädagogik. 2002 kam sie nach Deutschland und arbeitet als Konzert- und Kammermusikerin. Ihre Karriere wurde 2006 aber jäh unterbrochen. In Folge einer Krankheit verlor sie ihre Sing- und teilweise auch ihre Sprechstimme. „Fünf Ärzte konnten mir nicht helfen, erst eine Gesangslehrerin aus Moskau zeigte mir spezielle Atem- und Singtechniken - und 2014, nach acht Jahren der Stille, gab habe ich wieder mein erstes Konzert“, so Starozhilowa.

An ihrer Seite war da schon Pianistin Elena Satsukevych, die selber nach einem schweren Autounfall 2003 das Ende ihrer Klavierkarriere diagnostiziert bekam. Doch auch die Ukrainerin wollte sich mit diesem Schicksal nicht abfinden, ließ mehrere Operationen und neun Monate Reha über sich ergehen und ging auf eigenen Beinen aus der Klinik. Im Jahr 2005 kam sie nach Deutschland und arbeitet mittlerweile als freischaffende Pianistin, Korrepetitorin und Pädagogin.

Die dritte Grazie, Eva de Mai, hat zwar keinen persönlichen Schicksalsschlag zu verkraften gehabt, doch auch ihre Geschichte ist erstaunlich. Die in Buchara, Usbekistan geborene Künstlerin kam 2007 mit ihrem Mann nach Mönchengladbach. Erst hier konnt sie sich ihrer geheimen Leidenschaft, dem Malen widmen. Im Selbststudium startete sie ihre mit Blumen-, Lanschafts- und abstrakten Bildern, zunächst mit Acrylfarben und Bleistift. Erst später kamen Porträtbilder hinzu. „Ich wollte den Charakter, die Emotionen und die Individualität der Menschen zum Ausdruck bringen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den Augen und dem blick der porträtierten Personen“, beschreibt sie ihr Wirken.

Insgesamt 16 Bilder wird sie nun am 19. September in der Friedenskirche Mönchengladbach ausstellen. Vier dieser Bilder werden das erste Mal zu sehen sein. Ab 18.30 Uhr können die Bilder bereits in Augenschein genommen werden, ab 19 Uhr folgt dann das Konzert der beiden anderen Grazien. „Der ganze Abend steht unter dem Motto Liebe. Daher werden wir Liebeslieder aus verschiedenen Epochen spielen. Von Bach, über Mozart, Beethoven bis hin zu Brahms und Schubert“, verdeutlicht Starozhilowa. Zum Abschluss folgt noch ein Exkurs nach Russland mit Liebes-Arien aus den Herkunftsländern der drei Frauen.

Um das Projekt überhaupt realisieren zu können, waren die „Drei Grazien“ auf Unterstützung angewiesen. So sprang ihnen die Sparda-Bank zur Seite. Schließlich können die Besucher Ausstellung und Konzert kostenlos in der Friedenskirche erleben. Auch die Hilfe von Pfarrer Dirk Sasse und Küsterin Ute Siemes war von unschätzbarem Wert für die Frauen.

(Report Anzeigenblatt)