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Durch kleine Tricks mehr Bares

Durch kleine Tricks mehr Bares
Kühlschrank auf dem neuesten Stand? Die Volksvereingeschäftsführer Wilfried Reiners (r.) und Josef Kronen (Mitte) und Projektleiter Manfred Brendges werben für den Sparcheck vom Volksverein. FOTO: Andreas Baum
Mönchengladbach. Wenn Strom, Gas und Wasser teurer werden, dann trifft das vor allem die einkommensschwachen Haushalte. Mit dem Projekt Stromspar-Check versucht der Volksverein zu helfen. In den ersten sechs Monaten haben bereits 154 Haushalte mitgemacht. Von Ulrike Mooz

Seit Februar sind vier Stromsparhelfer des Volksvereins in Mönchengladbacher Haushalten mit geringem Einkommen unterwegs. Sie geben kostenlos Tipps, wo noch was rauszuholen ist in Sachen Energie und Wasser sparen. „Wichtig ist, dass wir nicht als Oberlehrer unterwegs sind, sondern die Kunden mit auf den Weg nehmen, um eine tiefere Einsicht zu erwirken“, sagt Volksverein-Geschäftsführer Wilfried Reiners. LED statt alter Glühbirnen, moderne Perlatorduschköpfe, eine Steckerleiste statt stand by von Stereoanlage und Fernseher, Energiesparmodule für den Klospülkasten - solche und andere findige Zubehörteile haben Projektleiter Manfred Brendges und seine vier Mitarbeiter im Koffer, wenn sie die Haushalte besuchen, die sich zum Stromspar-Check angemeldet haben. Dabei dürfen sie solche Teile im Wert von durchschnittlich bis zu 70 Euro pro Kunde auch spendieren.

Etwa 150 Euro im Jahr können die Kunden nach der Beratung im Durchschnitt einsparen.

Kuriosestes Beispiel: Ein Kunde hatte insgesamt drei Kühlschränke am Start, einen in der Küche und zwei geerbte auf dem Balkon. Was ihm nicht klar war: allein für die Kühlung seiner Getränke gab er so fast 350 Euro im Jahr aus. Der Mann zog den Stecker noch während die Berater vor Ort waren.

„Es ist interessant, wenn sich die Einstellung ändert und es nicht mehr einfach nur heißt ’der Strom kommt aus der Steckdose’“, sagt Hermann-Josef Kronen, ebenfalls Geschäftsführer beim Volksverein. Wenn es ans eigene Portemonnaie gehe, machten die Leute gerne mit. Manche seien so begeistert, dass sie die ganze Nachbarschaft anstifteten, mitzumachen. Oder es melden sich gleich mehre Haushalte einer Familie an.

Mitmachen können nur einkommensschwache Haushalte mit Grundrente oder Hartz IV.

Auch für die Stromsparhelfer ist das Projekt ein Erfolg. Sie können sich gleichzeitig zum Service-Berater ausbilden lassen. Zwei haben bereits als Einserkandidaten bei der IHK in Frankfurt ihre Prüfungen abgeschlossen.

Das Projekt läuft bundesweit in 174 Kommunen und wird vom Bundesumweltministerium unterstützt.

(Report Anzeigenblatt)