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Ein besonderes Sonderblatt

Ein besonderes Sonderblatt
Kirsten Hinckelmann (stehend, r.) mit einem Teil ihres Redaktionsteams. FOTO: Heinz-Gerd Wöstemeyer
Wickrath. Seit Dezember arbeiten Kirsten Hinckelmann und zehn ihrer Bewohner aus den Wohnstätten der Lebenshilfe an einem ehrgeizigen Projekt: Bis spätestens im Juni wollen sie ihre erste eigene Zeitung fertig haben. Jeden Monat treffen sie sich einmal in ihrem Redaktionsraum Am Ringofen in Wickrath. Von Heinz-Gerd Wöstemeyer

„Die Hauptrolle in deinem Leben spielst du. Du allein bestimmst, was dich glücklich macht und was dich freut“, liest Kirsten Hinckelmann aus einem Kalenderblatt vor. Sie leitet die Beratungs- und Begegnungsstätte der Lebenshilfe in Wickrath. Der Spruch solle ganz vorne stehen in ihrer ersten Zeitung, dem „Sonderblättchen“, beschließen die Zeitungs-Redakteure, die sich am vorigen Mittwoch zu ihrer fünften Redaktionsbesprechung im Gebäude Am Ringofen getroffen haben. Christa, Elisabeth, Freddy und Kerstin wohnen gleich nebenan in der Wohnstätte Wickrath, Christian und Hedwig aus der Wohnstätte Neuwerk sind dazu gekommen, ebenso Alex, Michael, Sandra und Steffi, die in Häusern des ambulant betreuten Wohnens leben, die im Stadtgebiet verteilt sind. Die Arbeit an ihrem ersten „Sonderblättchen“ ist schon weit fortgeschritten. Kirsten Hinckelmann blättert die Seiten auf, damit alle Beteiligten ihre Meinung dazu äußern können. Sandra hat ihre neue Arbeit beschrieben, Elisabeth hat über ihr Lieblingshobby Handarbeit berichtet. Auf der folgenden Seite folgt ein Interview, das Hedwig und Christian mit Karina, einer Betreuerin geführt haben und von Christa in Schönschrift verfasst worden ist. In einer weiteren Rubrik stellen sich alle persönlich vor, mit Text und Foto. Schließlich wird festgelegt, dass die Weihnachtsplätzchen auf der Rezept-Seite durch einen jahreszeitlich besser passenden erfrischenden Käsekuchen ersetzt werden. Michael hat Bastelanleitungen für bemalte Steinmännchen mitgebracht; Freddy hat einen Hasen und ein Küken gebastelt, die noch abfotografiert werden müssen. Parallel zur redaktionellen Arbeit kümmern sich die Zeitungsmacher um den Druck des Blättchens und die Finanzierung ihres Projektes. Die ersten Gespräche mit möglichen Sponsoren sind offenbar ermunternd gewesen. Christian, Elisabeth und Kirsten berichten, dass sie von den örtlichen Geschäftsinhabern durchweg ein positives Echo bekommen hätten. Beim Anzeigenpreis einigt sich die Gruppe nach einigem hin und her schließlich auf 30 Euro. Zum Schluss ihrer Sitzung nehmen die Besprechungsteilnehmer die vorab notierten Arbeitsaufträge mit nach Hause und eine Merkhilfe zur Ermittlung der Auflagenhöhe. Jeder solle mal überlegen, wie viele Exemplare in der Wohnstätte, in der Werkstatt und in der Familie benötigt werden und zusätzlich zur Auslage in den Geschäften gedruckt werden müssen, bittet Kirsten ihre Gruppenmitglieder. Bei der Redaktionsbesprechung im April legen dann alle gemeinsam die Auflage für ihr erstes „Sonderblättchen“ fest.

(StadtSpiegel)