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Ein Musterbeispiel für Ausbildung

Ein Musterbeispiel für Ausbildung
Christian von der Forst, Ausbildungsleiter Feger Kühlung GmbH, Geschäftsführer Bernd Rehrmann und Azubi Jannik Schubert sind ein gutes Team. Philipp Scharner, Vermittler im Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Mönchengladbach und Wolfgang Draeger, Geschäftsführer operativ der AA, freuen sich über die gute Ausbildungsarbeit der Feger Kühlung GmbH. FOTO: Raupold
Mönchengladbach. Die Arbeitslosenzahlen in Mönchengladbach sind im Juli leicht gestiegen. Das liegt vor allem an den frisch ausgebildeten Männern und Frauen, die nun eine Arbeitsstelle suchen. Der Ausbildungsmarkt entwickelt sich positiv. Auch für 2015 gibt es noch Chancen. Oft lohnt sich auch ein Blick auf die "Exotenliste" der Berufe. Von Christina Reineke

Im Juli ist ein leichter Anstieg der Arbeitslosenzahlen in Mönchengladbach zu vermerken: Aktuell weist Mönchengladbach eine Arbeitslosenquote von 10,9 Prozent auf, eine Steigung von 0,2 im Vergleich zum Vormonat. Doch für die Arbeitsagentur Mönchengladbach ist dies kein Grund zur Beunruhigung. "Wir haben im Sommer den saisonüblichen Anstieg bei den Arbeitslosenzahlen. Der Anstieg resultiert daraus, dass Ausbildungen jetzt zu Ende gehen und die Berufsanfänger eine neue Stelle suchen", erklärt Wolfgang Draeger, Geschäftsführer operativ der Agentur für Arbeit Mönchengladbach. Konkret sind in der Gruppe der Männer und Frauen bis 24 Jahren im Juli 2 739 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 263 mehr als im Vormonat, aber 407 weniger als im Vorjahr. "Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass wir diese jungen Fachkräfte nach der Sommerpause wieder vermittelt haben werden", sagt Draeger.

Und auch auf dem Ausbildungsmarkt ist in diesem Jahr noch etwas möglich. "Sowohl für Jugendliche, als auch für Arbeitgeber gibt es noch viele Chancen, zueinander zu finden", macht Draeger Hoffnung. Die besten Chancen gibt es für Berufe im Verkauf, im Einzelhandel, in der Gastronomie, als Fachkraft für Lagerlogistik, aber auch als zahnmedizinische Fachangestellte und generell im Handwerk.

In der Stadt Mönchengladbach stieg die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen um 64 auf 1 394. "Bei vielen unseren Betrieben steht der Nachwuchs im Mittelpunkt, und das ist auch gut so. Nur wer jetzt ausbildet, hat auch für heute und morgen seine Fachkärfte und sichert so seine eigene Zukunft", so Draeger.

Das weiß auch Bernd Rehrmann, Geschäftsführer der Firma Feger-Kühlung GmbH. Er selbst erlernte den Beruf des Kälteanlagenbauer, so hieß der Mechatroniker für Kältetechnik bis 2007, nachdem er eine abgeschlossene Lehre als Maschinenschlosser hinter sich hatte und gehört damit heute zu einer "exotischen" Berufsgruppe. "Unseren Beruf kennt kaum einer, beziehungsweise kaum einer weiß über die Komplexität und Vielfältigkeit des Jobs und das ist sehr schade. Wir könnten viel mehr Fachkräfte brauchen, denn die Auftragslage ist gut, nur leider findet man kaum einen Mechatroniker für Kältetechnik auf dem Markt", klagt Rehrmann. Deshalb ist er dazu übergegangen, sich seinen Nachwuchs selbst heranzuzüchten. "Ich bin selbst ein Technikjunkie und finde es schön, Menschen für diesen Beruf zu begeistern, doch die Grundlagen müssen bei einem Auszubildenden schon vorhanden sein", sagt Rehrmann. Und daran scheitert es meistens. Mathematik und Physik sind die grundlegenden Schulfächer für diesen Job, und beim Einstellungstest sind es meist die einfachsten Aufgaben, die den Bewerbern große Schwierigkeiten bereiten.

Bei Jannik Schubert hat aber alles gepasst. Der 17-Jährige ist einer von insgesamt drei Auszubildenden in dem 14 Mann starken Betrieb und jetzt im zweiten Lehrjahr. "Es ist ein sehr vielseitiger Beruf, und meine Ausbildung macht mir sehr viel Spaß. Wir sind hier wie eine Familie, das gefällt mir", sagt er. Auf den Beruf gekommen ist er dank seines Vaters, der in der Drucklufttechnik arbeitet und bei dem er ein Schulpraktikum absolvierte. Da die Berufe ähnlich seien, und sein Vater einen Kälteanlagenbauer kannte, war der Bezug schnell gefunden. Für seine Ausbildung in Mönchengladbach nimmt Jannik jeden Tag eine Anfahrt mit der Bahn von 2 Stunden und 20 Minuten auf sich, denn der 17-Jährige wohnt in Neukirchen-Vluyn. Die Berufsschule ist in Duisburg, dahin braucht er "nur" 50 Minuten.

"Es ist schön zu sehen, wie motiviert junge Menschen beim Einstieg in ihr Berufsleben sind. Daran sieht man aber auch, dass flexible Bewerber die Na se vorn haben", sagt AA-Geschäftsführer Draeger.

(Report Anzeigenblatt)