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Eine Linde für Raderbroich

Eine Linde für Raderbroich
Hand in Hand für den Umweltschutz (v. l.): Markus Profijt, Heinz Leuchtges (Kapellenverein und Anwohner) mit Enkel Jonas, Guido Röfke, Peter Hoeren (Grundstückseigentümer), Pia Röfke und Jutta Profijt freuen sich über die neue Linde an der Matthias-Kapelle.
Raderbroich. Die BUND-Ortsgruppe Korschenbroich will ein Zeichen gegen die Abholzung setzen und in jedem größeren Stadtteil einen Baum pflanzen. In Raderbroich wurde nun der zweite „Ortsbaum“ in die Erde gesetzt. Von Thomas Hippel

„Es wäre doch schön, wenn der BUND in jedem größeren Ortsteil in Korschenbroich einen großen Baum pflanzen würde. Symbolisch, als Zeichen gegen die um sich greifende Abholzung“ – dieser Gedanke ist Pia und Guido Röfke schon vor einiger Zeit gekommen. Und so machte sich das Ehepaar gemeinsam mit anderen Mitstreitern des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Ortsgruppe Korschenbroich, daran, diese schöne Idee auch in die Tat umzusetzen.

Erstes Resultat des Bestrebens ist die Winterlinde, die auf öffentlicher Fläche am Bahnhof in Kleinenbroich steht. Mittlerweile hat aber auch Raderbroich seinen eigenen „Ortsbaum“ bekommen: Auf der kleinen Wiese an der Matthias-Kapelle hat der BUND auf eigene Kosten eine Sommerlinde gepflanzt. Da ein städtisches Grundstück nicht gefunden werden konnte, erklärte sich kurzerhand Peter Hoeren – ihm gehört die Wiese – bereit, dem Baum auf seinem Grundstück ein Zuhause zu bieten und ihn auf seinem Grund zu pflegen und zu erhalten. Jutta Profijt vom BUND in Korschenbroich zeigt sich zufrieden mit dem Standort: „Die Matthias-Kapelle ist immerhin ein wichtiger Identifikations- und auch Treffpunkt hier in Raderbroich.“ Seit etlichen Jahren wird die Kapelle vom Kapellenverein betreut, der sich auch vor Jahren um die nötige Sanierung und ein neues Dach bemüht hat. Mitglieder des Vereins haben sich bereit erklärt, die Linde im Bedarfsfall zu wässern. Auch haben sie den BUND bei der Pflanzung des Baumes unterstützt. Jutta Profijt lobt das ganze Projekt daher auch als „Zeichen der Zusammenarbeit von Anwohnern, Kapellenverein und den Umwelt- und Naturschützern des BUND“.

Als Baumart wurde übrigens die Linde gewählt, weil sie der klassische „Dorfbaum“ ist und weil sie – wie ein in der Nähe wohnender Imker zu bedenken gab – für Insekten eine unverzichtbare Nahrungsquelle darstellt. Welche bedeutende Rolle großen Bäume in der Nähe von Wohngebieten und Stadträumen generell zukommt, legen die Naturschützer gerne dar: So filtern sie nicht nur Stickoxide und Feinstaub aus der Luft und kühlen die Luft in der Umgebung durch Verschattung ab, sondern sie steigern auch die Luftfeuchtigkeit durch die Verdunstung von Wasser und tragen durch Wasserspeicherung zum Starkregenschutz sowie zur Reduktion von Abwasserspitzen bei. Zudem dienen die Bäume aber auch dem Klimaschutz durch die Fixierung von CO2.

Wie es hinsichtlich der Zielsetzung des BUND , in jedem größeren Ortsteil einen Baum zu pflanzen, weitergeht, wird die Zeit zeigen. „Wir sind da im stetigen Gespräch mit der Stadtverwaltung und Dr. Theo Verjans von der Stadtentwicklung“, berichtet Jutta Profijt. Allerdings gestalte es sich recht schwierig, geeignete öffentliche Standorte zu finden. Und genau das, nämlich öffentlich, sollten die Plätze für die Bäume schon sein. Oder aber – wie im vorliegenden Fall – zumindest derart beschaffen, dass sie eine prominte und solitäre Platzierung der Bäume zulassen. „Uns fehlen die Standorte und die Förderer“, sagt auch das Ehepaar Röfke. Wer hier Abhilfe schaffen kann, ist bei den Korschenbroicher Naturschützern daher jederzeit willkommen und kann sich gerne bei ihnen melden.

(Report Anzeigenblatt)