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Für den Kinospielfilm Babai/Mein Vater wurde fünf Tage auf dem JHQ-Gelände gedreht
Eine Vater-Sohn-Geschichte

Für den Kinospielfilm Babai/Mein Vater wurde fünf Tage auf dem JHQ-Gelände gedreht: Eine Vater-Sohn-Geschichte
Die Mönchengladbacherin Nicole Gerhards ist die Produzentin des Kinospielfilms „Babai/Mein Vater“ nach dem Drehbuch von Regisseur Visar Morina (r.), der unter anderem auf dem ehemaligen JHQ-Gelände gedreht wird. Hauptdarsteller sind Astrit Kabashi (l.), Adriana Matoshi (Mitte), Val Maloku (oben) und Xhevdet Jashari. FOTO: Andreas Baum
Mönchengladbach . Das ehemalige JHQ-Gelände wurde in dieser Woche für fünf Tage zum Filmset für ein hochemotionales und spannendes Drama aus der Feder von Visar Morina, der gebürtig aus dem Kosovo kommt. Von Christina Caelers

Das verlassene JHQ-Gelände erinnert beim Einfahren eher an einen Horrorfilm. Leere Straßen, verlassene Häuser und herumliegende Baumäste am Straßenrand. Doch hier wurde fünf Tage lang für den Kinospielfilm Babai/Mein Vater - ein emotionales und spannendes Drama - gedreht.

Der Inhalt: Nori (10) und sein Vater (45) verkaufen Zigaretten im Vorkriegskosovo der 90er Jahre. Als der Vater heimlich ohne ihn nach Deutschland flieht, reist ihm sein Sohn kurzentschlossen auf eigene Faust hinterher. Nach einer lebensgefährlichen Reise findet Nori tatsächlich seinen Vater. Mit kindlicher Konsequenz konfrontiert er ihn mit seiner Tat, die er ihm bei aller Liebe nicht verzeihen kann...

Die gebürtige Mönchengladbacherin Nicole Gerhards hat mit ihrer Firma NiKo Film die Produktion für den Film, in dem überwiegend albanisch gesprochen wird, übernommen. Gedreht wurde neben Mönchengladbach auch im Kosovo, in Mazedonien und in Köln. "Wir haben sehr lange nach einer geeigneten Kaserne in Nordrhein-Westfalen gesucht und dann fiel die Wahl auf das ehemalige JHQ-Gelände, da hier auch die Zeit um 1995, in der der Film spielt, am besten widergespiegelt wird. Als Mönchengladbacherin hat mich das natürlich besonders gefreut, in meiner Heimat drehen zu können", so Gerhards.

Der Kinofilm ist das Erstlingswerk von Regisseur und Autor Visar Morina, der gebürtig aus dem Kosovo kommt und aufgrund diverser Beobachtungen vor Ort, etwa sieben Jahre an diesem Drehbuch geschrieben hat. "Es ist zwar nicht meine Geschichte, aber eine Geschichte über die ich aufgrund meiner Erfahrungen schreiben kann. Ich bewege mich damit auf sicherem Terrain. Ohne die Förderung der Film- und Medienstiftung NRW wäre die Realisierung allerdings nie möglich gewesen.", so Morina. Die Film- und Medienstiftung NRW hat den Film mit insgesamt 450 000 Euro gefördert. "Wir standen schon sehr früh in Kontakt mit Visar Morina und haben uns gleich in das Drehbuch verliebt. Durch seinen Kurzfilm 'Der Schübling' kannten wir ihn auch persönlich und wussten direkt, dass wir ihn fördern möchten. So haben wir bereits das Drehbuch zu Mein Vater mit 20 000 unterstützt", sagt Erna Kiefer von der Film- und Medienstiftung NRW.

Die Sender WDR und Arte sind ebenfalls beteiligt und werden den Film dann im Frühjahr 2016 ausstrahlen, nachdem er im Kino lief.

Da "Mein Vater" überwiegend auf albanisch gedreht wird, wurden die Schauspieler auch im Kosovo gecastet. Der Hauptdarsteller des Films ist dabei eindeutig der kleine Val Maloku, der den zehnjährigen Nori spielt. Er ist der einzige am Set, ohne wirkliche Schauspielerfahrung, und trotzdem wusste Morina seit dem ersten Moment, dass er der Richtige für die Rolle ist.

"Wir haben für alle 40 Rollen lange gecastet, aber ich habe alle Schauspieler bekommen, die ich haben wollte. Im Kosovo sind sie alle berühmt und bei Val hat es einfach gepasst, er spielt sehr gut und kann mit dem ganzen Trubel am Set super umgehen", erzählt Morina.

Ob der Film auch synchronisiert werden kann, um eine breitere Masse anzusprechen, steht noch nicht fest.

"Es gibt diese Bedingung nicht von Arte oder dem WDR, dort könnte er auch mit Untertitel gezeigt werden, aber ich würde mir eine Synchronisation schon wünschen", so Gerhards.

Das JHQ-Gelände wird vor allem am Ende von "Mein Vater" zu sehen sein, denn dann spielt der Film in Deutschland.

(Report Anzeigenblatt)