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Es war einmal eine Jeans...

Es war einmal eine Jeans...
Machen aus einer ausgemusterten Levi’s-Jeans und zwei Gürteln eine coole Tasche. Designerin Ghazal Schneider (l.) und Karin Götz. FOTO: Petra Käding
Mönchengladbach. Aus alt mach neu nennt man heute „Upcycling“. Es ist ein Trend, den Hephata im neuen „Shop-im-Hep-Shop“ auf der Rheydter Straße aufgegriffen hat. Bei Mano nella Mano zaubern Designerin Ghazal Schneider und zwei Mitarbeiter mit Behinderung aus alten Jeans und anderen Textilien schicke Kleidung, Taschen und Utensilien. Ein viel versprechendes Konzept. Von Petra Käding

Es war einmal eine Jeans... Jetzt ist es eine tolle Schultüte, wie sie nicht jedes Kind hat. Einen Jeans-Wal oder Hippo. Eine Laptop-Hülle. Eine Umhängetasche. Oder immer noch eine Jeans, aber im ausgefallenen Used Look mit Farbe, Nieten oder Pailetten.

In dem kleinen Shop namens Mano nella Mano (ital. Hand in Hand) gibt es viel zu entdecken. Wenn er auch von der Quadratmeterzahl nur einen verschwindend kleinen Anteil an der größten Filiale des Gladbacher Hep-Shops auf der Rheydter Straße ausmacht – er ist so etwas wie ein Geheimtipp für alle, die Spaß an Kleidung fern vom Mainstream haben, die sich für Einzel- und Liebhaberstücke, Vintage, nachhaltige Mode und Handgemachtes begeistern.

Doch nicht nur die angebotenen Teile sind toll – Designerin Ghazal Schneider und ihre beiden fingerfertigen Mitarbeiter Marina Götz und Din Thuan Bui übernehmen auch kleinere und größere Auftragsarbeiten. Und: Das Thema Inklusion macht vor modischen Accessoires nicht halt. Warum Menschen mit Inkontinenzproblemen nicht teilhaben lassen, wenn es doch stylische Urinbeutel gibt?

„Mir liegt am Herzen, dass wir Produkte machen, die man im Alltag benutzen kann“, sagt Ghazal Schneider. Die Designerin freut sich darüber, dass Mano nella Mano seit der Ladenöffnung Anfang Juli so gut angenommen wird. Auch der Verkauf auf dem Greta-Markt war ein schöner erster Erfolg, so Elke Ipp, Abteilungsleiterin bei Hephata und zuständig für die Second-Hand-Läden. Sie erzählt, wie es zu Mano nella Mano gekommen ist. „Wir haben überlegt, wie kriegen wir diesen Kreislauf, die Nachhaltigkeit hin? Das war vor rund eineinhalb Jahren. Von der Aktion Mensch gab es dann eine Förderung für zwei Jahre, bis dahin muss sich das Geschäft von allein tragen.“ Sie hofft auf viele Kunden, aber auch darauf, dass Unternehmen auf Mano nella Mano aufmerksam werden.

Erfolg ist auch den beiden Mitarbeitern zu wünschen. Marina Götz ist Bekleidungstechnikerin und froh, dass sie hier kreativ sein kann. Einen der Bestseller, die Hippos aus Jeans, hat sie entworfen. Früher hat sie im Akkord gearbeitet, mit ihrer Behinderung heute undenkbar. Mano nella Mano ist eine tolle Chance für sie. Und wenn alles gut läuft, kann sie noch viele Hippos und andere Lieblingsstücke nähen.

(Report Anzeigenblatt)