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Experimente für Augen und Ohren

Experimente für Augen und Ohren
Der Schlagzeuger Simone Rubino gehört zu den Stars der diesjährigen Ensemblia.
Mönchengladbach. Für manch einen mag ein bisschen schwer verdaulich sein, was die Ensemblia alle zwei Jahre an zeitgenössischer Kultur auf den Tisch bringt. Für Kenner ist es feinste Kost. Das älteste spartenübergreifende Festival des Landes findet wieder vom 21. bis 25. Juni in Mönchengladbach statt. Der Eintritt kostet in den meisten Fällen nichts. Von Ulrike Mooz

Kunstmusik mit ständig sich wiederholendem Harmonieschema, Licht- und Schatten-Installationen mit elektronisch verfremdeter Musik, Inszenierungen aus Worten und Kunst aus Unbrauchbarem, Wertlosem und Herumliegendem aus der Stadt: Die Ensemblia bringt auch in diesem Jahr wieder Ungewöhnliches an ungewöhnliche Orte. So gibt es Kunst und Musik in der Grabeskirche zu sehen und zu hören, im Münster, auf dem Dach des Museums Abteiberg (bei schlechtem Wetter ist die Tiefgarage geplant), im Café Lax Legere und an vielen anderen Orten. Vom 21. bis 25. Juni können sich Kulturinteressierte auf nichtalltägliche Experimente für Auge und Ohr einlassen.

28 kostenlose Veranstaltungen laden dazu ein, die gewohnten Pfade des Musikhörens und Kunstsehens zu verlassen und sich auf neue audiovisuelle Abenteuer einzulassen. „Eine scharfe Sache“, findet Kulturdezernent Dr. Gert Fischer.

Mit sehr geringem Etat hat die Marketinggesellschaft MGMG unter Federführung von Geschäftsführer Peter Schlipköter, Ideen von Künstlern, Musikern, der Musikschule, des Kulturbüros und des Museums Abteiberg zusammen gebracht. „Ohne Sponsoren hätten wir das nicht geschafft“, sagt Peter Schlipköter.

Schon beim Eröffnungskonzert wird es prominent. Simone Rubino, der als bester Schlagzeuger der Welt gilt, spielt in der Citykirche Werke von Bach bis Iannis Xenakis. Es gibt Lesungen mit Theresa Hahl, Literaturpreisträgerin und eine der besten deutschsprachigen Poetry-Slamerinnen, der gebürtige Rheydter Marc Romboy, weltweit performender DJ der Technobewegung, präsentiert zum ersten Mal in seiner Heimatstadt eine Live-Komposition. Es gibt Kurzfilme, Ausstellungen und Workshops. Der Eintritt ist fast immer frei.

(Report Anzeigenblatt)