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Felix baut eine Schule in Afri ka

Felix baut eine Schule in Afri ka
In der Regenbogenschule betreut Felix Karl sozial benachteiligte Kinder. FOTO: Andreas Baum
Mönchengladbach. Für Felix Karl aus Mönchengladbach war immer schon klar, dass er nach dem Abi ins Ausland geht. Nur Urlaub machen kommt für ihn aber nicht in Frage. Von Gina Dollen

18 Jahre jung, das Abi in der Tasche und alle Möglichkeiten vor einem. Die meisten nutzen die erste freie Zeit nach der Schule, um an Orte wie Australien zu reisen oder einfach zu "chillen". Nicht aber Felix Karl aus Mönchengladbach – der reist nach Afrika um eine Schule zu bauen.

Schon mit 13 fängt der Schüler an, sich im Rahmen des Solidaritätskreises der Marienschule sozial zu engagieren und hilft bei dem Projekt Regenbogenschule, bei dem Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen betreut werden. Heute gehört er zu den Leitern der Regenbogenschule und unterrichtet dabei auch viele afrikanische Kinder. "Ich komme einfach gut mit diesen Kindern klar, die sind so lebensfroh und dankbar." So kam es schnell zu der Entscheidung, dass er nach dem Abi nach Afrika fliegt und sich sozial engagiert.

"Nach dem, was ich genau machen möchte, habe ich echt lange gesucht. Ich möchte wirklich was bewegen und nicht nur drei Monate unterrichten, wegfliegen und im Endeffekt ist alles beim Alten", so der 18-Jährige. Nach langer Suche ist er dann auf "Firefly Uganda" gestoßen. Gemeinsam mit Nora Hinrichs und Andrew James Smith, die schon vor Ort sind und in einem kleinen Zelt unterrichten, wird er eine Schule auf Banda Island in Uganda aufbauen. Dabei freut er sich besonders auf eines: "Die Kinder geben einem unheimlich viel zurück, sind dankbar und nehmen unsere Arbeit richtig gut an."

Außerdem möchte er auch die Kultur kennenlernen und wird einmal die Woche mit den Menschen auf Banda Island essen. "Der Kontakt ist mir wichtig, so kann auch niemand skeptisch werden. Das ist bestimmt seltsam, wenn da jemand aus dem Ausland kommt, irgendwas bauen und dein Kind unterrichten möchte."

Neben dem regulären Schulunterricht ist erstaunlicherweise besonders eines wichtig: Schwimmunterricht. Nur fünf Prozent der Kinder auf Banda Island können schwimmen und das, obwohl sie an einem Ort leben, den man nur übers Wasser erreicht. Viele von ihnen sind deshalb schon ertrunken. Im Gepäck von Felix befinden sich daher zum Beispiel auch Dinge wie Schwimmnudeln. Diese und alle anderen privaten Sachen, wie den Flug, hat er komplett selbst finanziert. Um aber am 5. Oktober mit dem Wissen losfliegen zu können, dass er vor Ort all das realisieren kann, was er sich vorgenommen hat, braucht Felix Spenden. "Jeder Cent hilft und alle Spender werden sofort sehen, wo ihr Geld hingeht. Voraussichtlich werde ich einen Blog verfassen, in dem man live verfolgen kann, wie weit wir sind. Dann kann ich sagen 'Hey schau her, die Tafel hier, da ist dein Geld drin!'." Insgesamt drei, vielleicht sogar sechs Monate wird Felix auf Banda Island sein, um das Leben der Bewohner ein ganzes Stück besser zu machen.
Nach der Zeit in Afrika will er übrigens Grundschullehrer werden, denn jedes Kind auf dieser Welt hat Bildung verdient.

(Report Anzeigenblatt)