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Flüchtlinge bedanken sich

Flüchtlinge bedanken sich
Joachim Pietrella, Präsident des Lions Club Mönchengladbach St. Vitus (3. v. l.) und Dr. Peter Seuwen (3. v. r.) wurden von Flüchtlingen als Dankeschön bekocht. FOTO: Andreas Baum
Rheydt. Mit einem traditionellen eritreischen Essen bedankten sich Flüchtlinge bei einer Gruppe von Ehrenamtlern rund um Dr. Peter Seuwen und dem Lions Club Mönchengladbach St. Vitus für ihr Engagement. Von Freier Mitarbeiter Rab Mönchengladbach

„Für meine Frau und mich gehören die Jungs mittlerweile schon zur Familie“, sagt Dr. Peter Seuwen. „Wir haben ein tolles Verhältnis“. „Die Jungs“ sind eine Gruppe Eritreer im Alter von 19 bis 35 Jahren, die aus ihrer Heimat flüchten mussten.

Im Januar letzten Jahres sind sie auf der Brucknerallee untergekommen; ein paar Meter weiter befindet sich Seuwens Praxis. Gemeinsam mit seiner Frau Nicole besuchte er die Flüchtlinge spontan in ihrer Unterkunft und kam gleich mit ihnen ins Gespräch. Das Ehepaar schloss sich anderen Ehrenamtlern an und unternahm fortan regelmäßig etwas mit den 25 jungen Männern. Um finanzielle Unterstützung für das ehrenamtliche Projekt bat er den Lions Club Mönchengladbach St. Vitus, in dem er auch selbst Mitglied ist. Die großzügige Spende des Clubs ermöglichte es der Gruppe jede Menge zu unternehmen: Zusammen ging es ins Pahlkebad, zum Minigolf, zum Eis essen oder es wurde einfach mal die Stadt besichtigt. Auch konnten 18 Paar Fußballschuhe gekauft und auf dem Ascheplatz ausprobiert werden. „Die Männer auf andere Gedanken zu bringen, sie aus ihrer Unterkunft heraus zu holen und mit ihrer neuen Umgebung bekannt zu machen ist einfach unheimlich wichtig“, weiß die Gruppe der Ehrenamtler.

In den letzten Monaten veränderten sich die Belange der Flüchtlinge. Viele der jungen Männer erhielten eine Anerkennung; Wohnungssuche und sämtliche Behördengänge standen von nun an auf dem Tagesplan. Henok ist seit fast zwei Jahren in Deutschland und weiß die Hilfe der Freiwilligen zu schätzen. „Ohne sie würden wir vieles sicher nicht schaffen.“ In seinem Heimatland hat der 25-jährige studiert. Hier in Deutschland hofft er, bald eine Ausbildungsstelle zu finden. „Dafür muss mein Deutsch aber bestimmt noch besser werden“, sagt Henok viel zu bescheiden.

Um sich bei den Freiwilligen sowie dem Lions Club zu bedanken, haben die Flüchtlinge am 17. April ein traditionelles eritreisches Gericht zubereitet: Injera (Fladenbrot mit Fleisch, jeder Menge Gemüse und Kartoffeln). Gemeinsam wurde gegessen – natürlich mit den Händen, wie für die Injera üblich –, viel gelacht und sich ausgetauscht. „Wir alle haben es genossen von unseren Schützlingen verwöhnt zu werden“, erzählt Joachim Pietrella, Präsident des Lions Club Mönchengladbach St. Vitus.

Auch wenn viele der Flüchtlinge schon in eigenen Wohnungen leben, ist allen Beteiligten klar, dass sie eine Gemeinschaft sind und auch bleiben. „Wir wollen uns weiterhin wöchentlich treffen, die Jungs unterstützen und ihnen helfen, in Deutschland Fuß zu fassen.“

(Report Anzeigenblatt)
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