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Frühchen weiter gut versorgt

Frühchen weiter gut versorgt
Gut aufgestellt sehen sich die beiden Chefärzte des Perinatalzentrums am Elisabeth-Krankenhaus in Rheydt, Prof. Dr. Wolfgang Kölfen (l.) und Dr. Harald Lehnen. FOTO: Detlef Ilgner
Rheydt. Aufatmen bei werdenden Eltern in und um Mönchengladbach: Das Perinatalzentrum am Elisabeth-Krankenhaus in Rheydt wird auch weiterhin als Einrichtung des Levels 1 eingestuft. Damit ist die Versorgung von Frühgeburten für die Region sichergestellt. Von Thomas Hippel

Die Nachricht, dass das Land NRW die Zahl seiner Frühchen-Kliniken reduzieren will, hat in der Geburtshilfe zuletzt für Aufruhr gesorgt. Demnach sehen die Pläne des Gesundheitsministeriums vor, dass die Betreuung von Risikoschwangerschaften mit Neugeborenen unter 1 500 Gramm künftig nur noch in Perinatalzentren des früheren Levels 1 erfolgen darf. Bislang war den Zentren des Levels 2 die Versorgung der Kinder zumindest nach der 29. Schwangerschaftswoche gestattet.

Umso erfreuter trat daher Horst Imdahl, Geschäftsführer der Städtischen Kliniken Mönchengladbach, in dieser Woche vor die Presse. Immerhin durfte er verkünden, dass die Mutter-Kind-Klinik und das Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin bei der letzten Überprüfung durch die Bezirksregierung im August wieder alle Kriterien für eine Einstufung als Perinatalzentrum Level 1 erfüllt haben. „Wir können also für Mönchengladbach Entwarnung geben“, so Imdahl mit Blick auf die gegenwärtige Situation.

Dass mit der Marschroute der Politik hin zu einer stärkeren Zentralisierung in Sachen Risikoschwangerschaft natürlich Herausforderungen einhergehen, räumt Prof. Dr. Wolfgang Kölfen, Chefarzt des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin, ein. Allerdings sei die Zentralisierung auch sinnvoll, da die Kliniken, die über die entsprechenden Kompetenzen verfügen, gestärkt werden müssten. Dennoch weiß auch Kölfen, dass am Elisabeth-Krankenhaus weitere Kapazitäten zu schaffen sind, wenn man den gestiegenen Anforderungen auf lange Frist genügen will.

Auf die entsprechenden Pläne, die Kinderklinik aus den 1960er Jahren 2019 zugunsten eines Neubaus mit 20 zusätzlichen Betten abzureißen, verwies dann auch Geschäftsführer Imdahl. Sowohl Imdahl als auch Kölfen betonen aber, dass man aktuell noch sehr gut aufgestellt sei. Tatsächlich können sich die aktuellen Geburtenzahlen am Elisabeth-Krankenhaus sehen lassen: 2 800 Geburten weist die Statistik für 2017 aus, ein Zuwachs von 164. 550 dieser Kinder wurden dabei stationär in der Kinderklinik behandelt, 70 von ihnen fielen als Frühchen unter die 1 500-Gramm-Grenze.

Aus Sicht von Dr. Harald Lehnen, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, spricht nicht nur die technisch-medizinische Ausstattung für das Perinatalzentrum in Rheydt: „Auch die persönliche und intensive Betreuung ist ein wichtiger Aspekt, der von unseren Patienten sehr positiv aufgenommen wird“, so der Mediziner. Zudem könne kaum eine andere Klinik in NRW insgesamt sechs Kreißsäle aufbieten.

In der Personalakquise sieht die Pflegedienstleitung beider Kliniken, Petra Coenen, eine der wichtigsten Aufgaben für die Zukunft: „Die Situation hat sich inzwischen komplett gedreht, mittlerweile bewerben sich die angehenden Kinderkrankenschwestern nicht mehr bei uns, sondern wir uns bei ihnen.“ Es gelte daher, als Arbeitgeber sehr attraktiv zu sein – eine Anforderung, der das Perinatalzentrum mit Fortbildungen sowie Angeboten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf nachkomme.

(Report Anzeigenblatt)