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Freie Fahrt für Radler

Freie Fahrt für Radler
Wie in vielen anderen städten in Deutschland, können auch in Mönchengladbach die radler bald in vielen Einbahnstraßen gegen die Fahrtrichtung fahren. Foto: Kalle Kolodziej/Fotolia
Mönchengladbach. Radfahrer dürfen ab dem Frühjahr auch in Mönchengladbach auf vielen Straßen entgegen der Einbahnstraße fahren. Von der Redaktion

Im kommenden Frühjahr heißt es für Radfahrer auf zahlreichen Einbahnstraßen in der Mönchengladbacher City: Freie Fahrt auch in Gegenrichtung. Eine Untersuchung der Stadtverwaltung hat jetzt ergeben: Die meisten Einbahnstraßen in den Stadtteilen Gladbach und Eicken – genau 45 von 60 überprüften Strecken – können für Radler in beide Richtungen freigegeben werden. Dies hat die Verwaltung jetzt in der Bezirksvertretung Nord mitgeteilt. Die entsprechenden Verkehrszeichen und Fahrbahnmarkierungen werden im Frühjahr durchgeführt. Dazu stehen 59.000 Euro im Radwegenetz-Programm zur Verfügung.

Lediglich fünf Straßenabschnitte erfüllen die Kriterien für die Freigabe nicht, zehn weitere sollen zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal untersucht werden.

Hintergrund: Schon im Jahr 2009 hat der Gesetzgeber die Regeln zur Freigabe von Einbahnstraßen für Radverkehr in Gegenrichtung stark vereinfacht. Seither gilt: Wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind – Tempo 30 Straßen sollten ausreichend breit und übersichtlich sein – müssen die Straßen für den Radverkehr auch in Gegenrichtung freigegeben werden. Grund für die Neuregelung war, dass es in den meisten Fällen keinen sachlichen Grund gibt, den Radverkehr wie den Kfz-Verkehr der Verkehrsbeschränkung „Einbahn“ zu unterwerfen. Auch Verkehrssicherheitsgründe sprechen entgegen der landläufigen Meinung für Radverkehr gegen die Einbahnrichtung. Die Unfallzahlen im Radverkehr gehen nach Analysen der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) durch Freigabe der Einbahnstraße für Radverkehr in Gegenrichtung sogar zurück. Die Erfahrungen haben auch gezeigt, dass sich die verschiedenen Verkehrsteilnehmer selbst auf engstem Raum gut arrangieren können, wozu gelegentliche Ausweichstellen genügen. Die Mönchengladbacher Erfahrungen mit der Öffnung von Einbahnstraßen bestätigen die bundesweite Entwicklung. Zahlreiche Einbahnstraßen, so unter anderem in der Rheydter Innenstadt, konnten bereits für den Radverkehr geöffnet werden.

(Report Anzeigenblatt)