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Fremd, neu, unterhaltsam

Fremd, neu, unterhaltsam
Seit der sechsten Spielzeit am Niederrhein: Generalintendant Michael Grosse mit Ballettdirektor Robert North, Schauspieldirektor Matthias Gehrt, Theaterpädagogin Silvia Behnke, Generalmusikdirektor Mihkel Kütson, Theaterpädagoge Dirk Wiefel und Operndirektor Andreas Wendholz (von links). FOTO: Matthias Stutte
Mönchengladbach (um). Generalintendant Michael Grosse im Laufstall, Operndirektor Andreas Wendholz mit sechs Jahren in der Krachledernen, Schauspielerin Nele Jung als Zehnjährige mit Stoffhund: Das 177-Seiten-Programm des Theaters Krefeld/Mönchengladbach überrascht schon mit seiner Gestaltung, in der alle Theaterleute „in jungen Jahren“ abgebildet sind. Von Ulrike Mooz

„Theater sei der selige Schlupfwinkel für diejenigen, die ihre Kindheit heimlich in die Tasche gesteckt und sich damit auf und davon gemacht haben“, wird der große Theatermacher Max Reinhard zitiert. Für das junge Theaterpublikum steht denn auch Peter Seuwens Kinderstück „Aladin und die Wunderlampe“ als Kooperation mit dem Staatstheater Kassel auf dem Programm, mehrere Kinderkonzerte und die Kinderoper nach Louis Spohr „Die Schöne und das Biest“. Für die „Großen“ dagegen soll das Theater ein Ort der Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Lebenswelten sein, soll Berührungspunkte mit dem Fremden und Verstörenden sein. So geht es in dem Stück mit dem Arbeitstitel „Lampedusa“ um Asylrecht, über „die“ und „uns“. Fremd wird es auch mit der Uraufführung „Cavalo de Santo - das Pferd des Heiligen“ im Rahmen der Reihe Außereuropäisches Theater. Als Uraufführung ist „Käfig aus Wasser“ von Kuro Tanino zu sehen, in dem es um das Reaktorunglück in Fukushima aus japanischer Sicht geht. Brandaktuell wird es auch in „Frau Müller muss weg“ – viele kennen den noch neuen Kinofilm schon - von Lutz Hübner, der humorvoll mit den gängigen Ressentiments gegen Pädagogen, Lehrpläne und das Bildungssystem spielt. Natürlich gibt es auch wieder Klassiker: da sei Rossinis Oper „Der Babier von Sevilla“ genannt, Verdis „Maskenball“ oder Richard Strauss’ „Rosenkavalier“. Beim Schauspiel ist Schillers „Kabale und Liebe“ ist mit im Programm, Shakespeares „Macbeth“ und „Was ihr wollt“.

(Report Anzeigenblatt)