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Gärtnern, Probleme lösen

Gärtnern, Probleme lösen
Ruhige Ausstrahlung, viel Engagement: Heinz Rheinländer ist zweiter Vorsitzender der Lebenshilfe Mönchengladbach. FOTO: Reichartz
Nicht nur in seinem Wohnort der bekannte „bunte Hund“: Heinz Rheinländer (78) setzt sich seit 35 Jahren ehrenamtlich für die Lebenshilfe ein. Von Silvia Weise

Herr Rheinländer, neuerdings haben Sie als zweiter Vorsitzender der Lebenshilfe Mönchengladbach Ihr Büro im umgestalteten Haus an der Bödikerstraße. Wie kam es zum Umzug aus Wickrath?

Heinz Rheinländer:

Im Haus am Ringofen war bislang Verwaltung untergebracht, jetzt ist es Wohnstätte. Also der umgekehrte Vorgang zur Bödikerstraße, die ja vorher von rund 30 Bewohnern genutzt wurde.

Wie kam Ihr Kontakt zur Lebenshilfe Mönchengladbach zustande?

In erster Linie durch unseren Sohn Gerd, der mit dem Down-Syndrom geboren wurde. Wir suchten damals nach einem Anhaltspunkt, einer Anlaufstelle in der Stadt – und haben sie im Konzept der Lebenshilfe gefunden.

Ein Konzept, das Sie überzeugte: Sie engagieren sich seit 35 Jahren ehrenamtlich, wie sieht da Ihre Tätigkeit aus?

Als zweiter Vorsitzender habe ich mit viel Papierkram zu tun – Rechnungen, Anfragen, Wünsche, die an uns herangetragen werden... das hier ist der Stapel für heute! Weil ich von Berufs wegen als technisch versiert gelte, wendet man sich auch in dieser Hinsicht gern an mich. Und sowieso wegen meiner ruhigen Art, ich gelte als „belastbar“! (lacht) In allen Bereichen arbeite ich eng mit Robert Jansen, unserem ersten Vorsitzenden, zusammen, ein super Verhältnis.

Sie haben auch die Errichtung der Wohnstätte Bahner begleitet, die 1996 eröffnet wurde.

Ja, erst einmal aus Interesse für die baulichen Belange. Dann traf es sich, dass Gerd, damals 27, quasi flügge wurde. Ein Leben unter Seinesgleichen, das konnte wir ihm zu Hause nicht bieten. Er hat sich ruckzuck eingelebt und fühlt sich bis heute in Giesenkirchen pudelwohl.

Wie sieht sein Alltag aus?

Er verlässt morgens das Haus, um in der „Beschützenden Werkstatt“ an der Erftstraße zu arbeiten. Montags spielt er Hockey, dienstags wird Musik gemacht, ein- oder zweimal jährlich geht es in den Urlaub. Im Prinzip leben die meisten Bewohner der Wohnstätten ganz normale Arbeitstage.

Und die Wochenenden?

Da kommt Gerd regelmäßig nach Hause. Und will schon im Auto wissen, was es für ein Programm gibt! (lacht) Meine Frau und ich müssen immer was in petto haben. Nur der Ausklang darf gleich sein: Eis essen gehen.

Herr Rheinländer, wie würden Sie das Prinzip Lebenshilfe umschreiben?

Als eine Gemeinschaft, die trägt und Probleme löst. Das Tragen kann man dabei wörtlich nehmen (schmunzelt) – beim Umzug in die Bruchstraße beispielsweise... Mich in verschiedenen Einsatzbereichen einbringen zu können, gefällt mir.

Und man weiß um Ihre Vielseitigkeit...

Ja, in meinem Wohnort Meerkamp bin ich so was wie eine Lebenshilfe-Außenstelle!

Sie sind dreifacher Familienvater, zweifacher Opa... bleibt da Zeit für andere Leidenschaften?

1 200 Quadratmeter Garten wollen beackert werden. Außerdem singe ich Bass im Kirchenchor Giesenkirchen, bin seit mehr als 60 Jahren begeisterter Sänger. Donnerstag ist Chorprobetag, der ist fester Termin – so, wie der Dienstag der Lebenshilfe gehört. Da trifft man mich ab morgens im Büro.

(Report Anzeigenblatt)