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Geschichte ganz digital erleben

Geschichte ganz digital erleben
Im Rahmen des Geschichtsunterrichts arbeitet Lehrerin Helen Langer mit ihren Schülern an der Erstellung des Projekts „Escape – Now and then“. FOTO: Andreas Baum
Mönchengladbach. „Digitale Bildung, Neu Denken“ heißt der Wettbewerb, an dem das Math.-Nat. Gymnasium teilnimmt. Noch bis Ende Mai interviewen sie Zeitzeugen, die nach 1939 geflüchtet sind – Interviewpartner werden noch gesucht. Von Simone Krakau

Geschichtsunterricht mal anders: Im Rahmen des Projekts und Wettbewerbs „Digitale Bildung, Neu Denken“, gesponsert von Samsung, beschäftigen sich Elftklässler des Math-Nat Gymnasiums mit Flüchtlingsgeschichten von 1939 bis heute. Seit Mitte April setzen sie sich im Unterricht intensiv mit dem Thema auseinander und interviewen Zeitzeugen, um sich ein detailliertes Bild von der damaligen und aktuellen Situation zu machen. Da das Projekt medienunterstützt ist und die Medienkompetenzen der Schüler gefördert werden sollen, hat Samsung der Schule 30 Tablets, einen Laptop und einen Fernseher im Wert von 20 000 Euro zur Verfügung gestellt. Diese Geräte erleichterten es den Schülern selbst eine Website, einen Facebook-, Twitter- und YouTube-Account zu erstellen und zu verwalten – ihrem Projekt haben sie den Namen „Escape – Now and then“ gegeben. „Hier präsentieren wir regelmäßig unsere Ergebnisse und Fortschritte“, erzählt Schüler Saian.

Gemeinsam mit ihrer Geschichtslehrerin Helen Langer sind die Schüler auf die Suche nach Zeitzeugen gegangen, um die damalige und auch heutige Situation möglichst deutlich darzustellen. Dabei haben sie auf eine „gute Mischung“ geachtet. „Uns war wichtig, dass wir sowohl Leute finden, die in Deutschland Zuflucht gesucht haben, als auch Leute, die aus Deutschland geflüchtet sind oder gar ganz woanders herkommen und leben“, betont Langer. „Das Projekt ist international – deshalb präsentieren wir uns auch in verschiedenen Sprachen.“

Auch wenn die Schüler sichtlich viel Spaß haben, stießen sie doch auf viele, sehr bewegende Geschichten, die nicht spurlos an ihnen vorbeigingen. „Eine Dame musste sehr weinen, als ich mit ihr gesprochen habe“, erzählt Moritz. Auch Emilie führte ein tränenreiches Interview mit einem Ehepaar, das ihr sehr Nahe ging. „Das war schon heftig zu hören, was sie durchmachen mussten.“

Mittlerweile konnten die Schüler zu zehn Zeitzeugen Kontakt aufnehmen – gerne würden sie aber noch weitere interviewen. Zeit bleibt ihnen noch bis zum 30. Mai, denn dann holt Samsung die Geräte wieder ab. Nur wenn die Schüler des Math.-Nat Gymnasium sich gegen weitere 150 Schulen durchsetzen und die Jury mit ihrem Endergebnis überzeugen können, werden dem Gymnasium die Tablets & Co dauerhaft übergeben. „Das wäre natürlich super für unsere Schule“, sagt Langer.

(Report Anzeigenblatt)
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