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Criss-Cross singt weiter

Criss-Cross singt weiter
Bei der Probe des „Criss-Cross“-Chores muss Chorleiter Adrian Wachowiak seine Schützlinge ab und zu um ein bisschen Disziplin bitten. FOTO: Iris Kisters
Wie geht es eigentlich dem Chor „Criss-Cross“ und seinem neuen Chorleiter? Ein Probenbesuch. Von Yvonne Simeonidis

Montagabend im Gereonhaus in Giesenkirchen. „Wir kreisen den Kopf...und jetzt eine Rumpfbeuge...wir massieren unseren Kopf und das Gesicht...wir vibrieren mit den Lippen...und jetzt ein paar Töne: ssssssssss......ne, ne, ne, ne...du, du, du....ja, ja, ja, ja dabei lauter werden!“ Adrian Wachowiak ist der Neue bei „Criss-Cross“, ist lebhaft, engagiert, Aufmerksamkeit fordernd.

Seine Schützlinge, ebenso lebhaft, haben Lust zu lachen. „Hört ihr mich?“ „Hier spielt die Musik!“ Diese Sätze muss er so einige Male verlauten lassen und das mit kräftiger Stimme. Diese Aufwärmübungen war der Chor nicht gewohnt, aber Adrian Wachowiak steht dahinter, weiß, dass es sich lohnt. Dann geht es aber ans Eingemachte. Es wird geübt und zwar der Song „Mister Sandman“. Gar nicht so einfach und es hört sich noch nicht wirklich gefällig an. Die einstimmige Meinung. „Das ist zu hoch für uns.“ Der Diplom-Musiker singt es vor, denn er selbst kann alle Stimmen.

Eine Tanzeinlage des Chorleiters verleitet den Chor wiederum dazu, in Gelächter zu verfallen. Ein Chormitglied meint: „Bald tanzen wir alle deinen Namen!“ „Manchmal finde ich mich selbst schon fast merkwürdig“, sagt Adrian Wachowiak und verrät Dinge aus seinem Leben: „Ja, ich weiß, es gibt nichts Schlimmeres als alternative Spießer, habe ich zu viele von erlebt.“

Aber dann geht es ernsthaft weiter. Alle strengen sich an, sind gemeinsam der Meinung, sie wüssten jetzt wenigstens, wie es sich nicht anhören soll. „Darf ich euch noch einmal ohne mein Klavier hören“, fragt er und es wird besser. Das anschließende „Amazing Grace“ geht auf alle Fälle schon in Richtung Gänsehaut. Und auch das Geburtstagsständchen „Happy birthday to you“ für Andrea Schwertfeger klingt fantastisch professionell.

Adrian Wachowiak ist Diplom-Musiker, studierte von 1999 bis 2004 Jazzpiano in Maastricht. Er lebt und arbeitet seitdem als Freiberufler in Köln. Andrea Schwertfeger, die die organisatorischen Belange des Chores vertritt, sagt: „Wir waren sehr froh, zu zeigen, dass es uns noch gibt und wir auch weiterhin singen.“ Denn im November 2014 hatte der ehemalige Chorleiter sein Amt niedergelegt und die Suche nach einem Ersatz war nicht einfach. Die Entscheidung des Chores fiel auf Adrian Wachowiak und im September 2015 war die musikalische Begleitung einer Hochzeit ein Neuanfang der Dank des neuen Chorleiters erfolgreich war.

(StadtSpiegel)