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Gift ist immer das letzte Mittel der Wahl

Gift ist immer das letzte Mittel der Wahl
Für die Pflanze im Hintergrund kam jede Hilfe zu spät: Nils Colberg (l.) und Jochen Palmen berieten am Extra-Tipp-Telefon. FOTO: Jan Finken
Mönchengladbach (um). Rund 40 Anrufer ließen sich am Montag zum Thema Hobbygarten am Extra-Tipp-Telefon beraten. Von Ulrike Mooz

Wenn Wühlmaus, Raupe, Schnecke und Co im Garten aufmarschieren, um sich an alles ran zu machen, was Hobbygärtner mit viel Liebe und Mühe gezüchtet haben, dann ist guter Rat teuer. Die Gärtnermeister Nils Colberg, Gartencenter Lenders, und Jochen Palmen, Palmen Gartengestaltung und Baumschule, haben am Montag zwei Stunden am Extra-Tipp-Beratungstelefon gesessen und die Hobbygärtner unter unseren Lesern beraten. „Mehltau ist ein großes Thema“, sagt Nils Colberg, der sich besonders ausgiebig mit dem Thema Rosen beschäftigt. Das derzeitig feucht-warme Klima begünstige den Mehltau besonders. Chemie sei in allen Fällen immer die letzte Lösung, findet Nils Colberg. Das Stichwort dazu sei integrierter Pflanzenschutz. Erst wenn gar nichts anderes mehr helfe, solle man zu chemischen Mitteln greifen, dazu gehören auch Mittel wie Neemöl. Was die Rosen angehe, so sei das Klügste, Rosen mit so genanntem ADR-Gütesiegel zu pflanzen. Die seien in Botanischen Gärten jahrelang auf ihre Robustheit getestet worden. Solche Rosen seien widerstandsfähiger gegen Krankheiten und Schädlinge. Man solle sie zudem so pflanzen, dass der Wind durch wehe und sie viel Sonne abbekommen würden. Beispiele für solche Rosen sind die rosa duftende Meillands Elbflorenz, die rote Red Leonardo da Vinci, die dunkelrot duftende Gräfin Diana, die orange Westzeit und die pinkfarbene Heidetraum. Auch Raupen, Pilz und Schnecken seien in diesem Jahr wieder Themen gewesen, die die Hobbygärtner bewegten, so Jochen Palmen. Dabei sei oft ein großes Misstrauen gegen alles verbreitet, was was im weitesten Sinne unter Spritzmittel falle. Dabei sei man sogar verpflichtet, Krankheiten und Ungeziefer einzudämmen, weiß Nils Colberg. „Einige Pflanzenkrankheiten sind sogar meldepflichtig“, sagt Jochen Palmen. Nur fachkundig und in Maßen und nur dort, wo es wirklich nötig ist, müsse mit so genannten Pflanzenschutzmitteln gearbeitet werden. Bei Schneckenbefall tue es zum Beispiel auch die gute alte Bierfalle. Um die Läuse auf seinen Johannisbeersträuchern los zu werden, knipst Nils Colberg im eigenen Garten einfach die befallenen jungen Triebe ab.

Übrigens, diejenigen, die nach wie vor ihre Einfahrt mit Unkrautvernichter einsprühen würden, setzten sich der Gefahr aus, hohe Strafen zu bezahlen. 15 000 Euro Strafe koste es, wenn man erwischt würde, so Colberg. Und es gibt sogar Schädlinge, die darf man nicht bekämpfen, weil sie unter Naturschutz stehen, den Ligusterschwärmer zum Beispiel, einen großen Schmetterling, den es hier nur noch selten gibt.

Jochen Palmen konnte zudem noch Tipps zum Baumschnitt geben.

(Report Anzeigenblatt)