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Gladbach beim Katholikentag

Gladbach beim Katholikentag
Menschenmassen bevölkerten beim Katholikentag 1974 den Geroplatz und feierten ihren Glauben. FOTO: Stadtarchiv
Mönchengladbach. Heute letzter Tag: Mönchengladbach war beim Katholikentag vertreten. Zeit für einen Rückblick auf 1974, als das Großereignis hier die Straßen füllt. Von der Redaktion

Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners nach Leipzig eingeladen: 1974 fand in der Vitusstadt der Katholikentag statt – und 1920 bereits ein erster „inoffizieller“ Wenn heute in Leipzig der 100. Katholikentag auf dem Marktplatz mit einem Fest der Begegnung eröffnet wird, ist auch Mönchengladbachs Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners mit dabei. Er folgt wie zahlreiche Amtskollegen aus Städten, die Ausrichter vergangener Katholikentage waren, einer Einladung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). Der 100. Katholikentag, bei dem rund 30 000 Dauerteilnehmer erwartet werden, steht unter dem biblischen Motto „Seht, da ist der Mensch“. Vor dem Fest der Begegnung findet in der Leipziger Oper ein Festakt mit Bundespräsident Joachim Gauck statt, an dem OB Reiners ebenfalls teilnehmen wird.

Manch einem ist der 84. Katholikentag in Mönchengladbach am 15. September 1974 im Rahmen der Tausendjahrfeier noch in guter Erinnerung. An der Eröffnungsfeier auf dem Kapuzinerplatz nahmen rund 11.000 Menschen teil. Einer der prominentesten Gäste war der polnische Bischof Kaczmarek. „Vor hundert Jahren haben hier katholische Christen die Initiative ergriffen, um eine überzeugende Antwort auf die sozialen Probleme ihrer Zeit zu geben“, sagte Dr. Bernhard Vogel, damals Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken in seinem Eröffnungswort. Zum Gottesdienst mit Abschlusskundgebung rund um das Altarpodium in der Geroanlage unterhalb des Münsters kamen rund 40 000 Besucher. Der Katholikentag, an dem unter anderem der damalige Kardinal Döpfner und Bundespräsident Walter Scheel teilnahmen, stand unter dem Losungswort „Für das Leben der Welt“. Wilhelm Wachtendonk, 1984 Erster Bürger der Stadt, konnte ebenso die damalige Präsidentin des Deutschen Bundestages, Annemarie Renger, und den zu der Zeit amtierenden Ministerpräsidenten, Heinz Kühn, begrüßen. Ihre Eintragungen ins Goldene Buch der Stadt zeugen wie auch die Eintragung von Walter Scheel heute noch von ihrem Besuch in Mönchengladbach.

Der 84. Katholikentag war indes nicht der einzige in Mönchengladbach. So wurde bereits vom 10. bis 12. Juli 1920 in der belgischen Besatzungszeit in der Stadt ein regionaler Katholikentag gefeiert, der vor dem Hintergrund der politisch unsicheren Zeiten von der offiziellen Geschichtsschreibung nicht genannt wird. Das damalige Grundthema des eher inoffiziellen Katholikentages lautete „Weckruf der Zeit“. Ein im August 1919 in Gladbach gegründeter Verband der katholischen Vereine bereitete den Katholikentag vor.

(Report Anzeigenblatt)