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Grüne fordern Müll-Konzept mit Vermeidungsstrategie

Grüne fordern Müll-Konzept mit Vermeidungsstrategie
Die kleinen Ringtonnen sollen abgeschafft werden. FOTO: Martin Mooz
Mönchengladbach (um). Als Nachtrag zum Hauptausschuss haben die Grünen am Freitag zum neuen Müll-Konzept der GroKo Stellung genommen: Ihnen fehlt der Aspekt der Müllvermeidung völlig. Von Ulrike Mooz

In Mönchengladbach ist das Müllthema immer irgendwie anders gewesen, als anderorts - vielleicht deshalb, weil das derzeitige System der kleinen Tonnen ursprünglich durch einen Bürgerentscheid beschlossen wurde.

Bewegung jedenfalls ist in das Thema gekommen, weil die Berufsgenossenschaft angemahnt hat, dass es gesundheitsschädlich sei, dass die Müllabfuhr die Tonnen noch heben muss, während in anderen Städten schon vor langer Zeit Rolltonnen eingeführt wurden und zudem die Schütten ebendieser Tonnen an den Müllautos nicht mehr hergestellt werden. „Warum der Beschluss für ein neues Müllsystem aber jetzt unter so großem Druck und in so großer Eile auf den Tisch soll, verstehe ich nicht“, so Grünen-Politiker Hajo Siemes, der seit vielen Jahren im Aufsichtsrat des städtischen Entsorgers GEM sitzt. Die Kritik der Grünen: Das neue Müll-Konzept von CDU und SPD, das jetzt nicht nur als kleinstes nutzbares Tonnenvolumen 60 Liter vorschreibt, sondern auch noch die wöchentliche pro-Kopf-Menge an Müllvolumen von 20 Litern (mit Biotonne 15 Liter) verpflichtend festlegt, sehen die Grünen als nicht geeignet an, die Bürger zum Müllsparen zu bewegen. „Wir sagen, 8,5 Liter Müll pro Kopf und Woche reichen, wenn eine Biotonne im Haushalt ist“, so Dr. Gerd Brenner, umweltpolitischer Sprecher der Fraktion und Verwaltungsratsmitglied der Mags. Die Grünen wünschen sich nicht nur kleinere und damit auch kostengünstigere Müllbehälter, sondern am liebsten auch ein Wiege- und Zählsystem - etwa wie im benachbarten Viersen - das nur die tatsächliche Müllmenge berechnet. Darüber hinaus, so die Grünen, wäre es auch wünschenswert, dass der Turnus der Abholung von den Bürgern selbst festgelegt werden kann, das heißt die Tonne nur raus gestellt werden muss, wenn sie voll ist.

Das Problem des wilden Mülls, das in Mönchengladbach deutlich größer ist, als in anderen Kommunen, läge vermutlich daran, dass hier nicht überprüft werde, ob Haushalte an das öffentliche Müllsystem angeschlossen seien, so Hajo Siemes. Auch da müsse dringend gehandelt

werden.

(Report Anzeigenblatt)