| 15.20 Uhr

Gut sterben

Gut sterben
Als Todkranke im Pflegebett zu Hause bleiben und sein Leben in Bildern vorbeiziehen lassen, das ist heute mit Unterstützung der ambulanten Palliativ- und Hospizdienste möglich. Symbol- FOTO: schrö
Mönchengladbach. Fast jeder von uns schiebt den Gedanken an den Tod beiseite. Nur Menschen wie Daniela Knothe nicht. Die 39-jährige Krankenschwester arbeitet als Koordinatorin eines ambulanten Hospiz-Dienstes, betreut Todkranke bis zum Schluss und erzählt uns aus ihrem Alltag. Von Klaus Schröder

Andrea Müller hat gerade ihren 60. Geburtstag gefeiert, da schlägt das Schicksal zu: Krebs. Sie lebt allein, will aber weder ins Krankenhaus noch in ein Hospiz – auch nicht, als es ihr rasant schlechter geht und ihre Schmerzen stärker und stärker werden. Ihre Tochter kümmert sich rührend um sie, hat aber selbst drei kleine Kinder zu versorgen. Zusammen mit einem Palliativ-Pflegedienst, der Koordinatorin und ehrenamtlichen Mitarbeitern planen Mutter und Tochter die Zukunft.

Morgens früh kommt der Pflegedienst mit dem Schlüssel ins Haus, führt die Grundpflege durch, bedient die Schmerzpumpe und fragt nach ihren Wünschen. Nachdem die Tochter ihre Kinder in die Schule und in den Kindergarten gebracht hat, frühstückt sie gemeinsam mit ihrer Mutter, bereitet das Mittagessen vor und verbringt mit ihr Zeit. Am Nachmittag klingelt eine ehrenamtliche Mitarbeiterin und besucht Andrea Müller bis zum Abend. Später schaut der Pflegedienst noch mal nach ihr. Die Nacht verbringt sie alleine. So wird Andrea Müller betreut, bis zwei Tage vor ihrem Tod. Die letzten Nächte ist sie unruhig; die durch den Pflegedienst organisierte Nachtwache gibt ihr Sicherheit.

Name geändert

Warum diesen Weg jeder wählen kann, unabhängig von der Pflegestufe: Seite 6

(StadtSpiegel)