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Gute Pflege braucht Fachkräfte

Gute Pflege braucht Fachkräfte
Arbeiten gemeinsam im Demographie-Netzwerk an Empfehlungen für den Pflegebereich: Prof. Dr. Thomas Klie, Susanne Wallrafen und Prof. Dr. Berthold Dietz (v.l.). FOTO: Stadt Mönchengladbach
Mönchengladbach. Sozial-Holding arbeitet im Demografie-Netzwerk (ddn) an Lösungen für den Fachkräftemangel in der Pflege. Von der Redaktion

Zwei Zahlen, die zeigen, dass der vielbeschworene demografische Wandel auch in unserer Stadt angekommen ist: Rund 20 Prozent der Einwohner Mönchengladbachs sind älter als 65 Jahre und rund 17 Prozent der Beschäftigten arbeiten heute im Sozial- und Gesundheitssektor.

Dass die Schere zwischen dem Bedarf an Pflegepersonal und den Menschen, die Unterstützung benötigen in den nächsten Jahren weiter auseinandergehen wird, gilt als sicher: Für Sozialforscher Professor Dr. Thomas Klie, der sich seit vielen Jahren mit den Auswirkungen der alternden Gesellschaft auf den Arbeitsmarkt beschäftigt, sind die absehbaren Folgen gerade im Pflegebereich eklatant: „Bis zum Jahr 2030 fehlen in Deutschland rund 500 000 Fachkräfte in der Langzeitpflege. Hier müssen wir bereits heute nach Kräften gegensteuern.“

Denn der Gesundheits- und Pflegesektor sei nicht nur ein Wachstumsmarkt mit bundesweit weit über fünf Millionen Beschäftigten und hoher regionalökonomischer Bedeutung. „Gleichzeitig ist gerade die Sozialwirtschaft vom demografischen Wandel besonders betroffen: durch hohe Anteile weiblicher und älterer Beschäftigter, hoher Teilzeitquote, hoher psychischer Belastungen und schwindender Attraktivität der Berufe bei zunehmend unsicherer (Re-)Finanzierung.“

Im Herbst 2016 hat sich deshalb der Arbeitskreis Sozialwirtschaft im Demografie-Netzwerk e. V. (ddn), einem bundesweit tätigen Zusammenschluss von rund 450 Unternehmen, gegründet. Bei einer Arbeitstagung in Mönchengladbach wurde jetzt Susanne Wallrafen von der Sozial-Holding neben Prof. Dr. Berthold Dietz von der Evangelischen Hochschule Freiburg zur weiteren Sprecherin des Arbeitskreises gewählt.

Das Bundesministerium für Gesundheit unterstützt den Arbeitskreis, der praxisnahe Empfehlungen im Bereich Personalgewinnung, Personalbindung und Personalentwicklung insbesondere für den Pflegebereich zur Verfügung stellen wird.

„Qualifizierte Mitarbeiter für die Pflege zu gewinnen, ihnen eine berufliche Perspektive mit vernünftigem Einkommen zu geben und sie trotz der hohen Belastungen langfristig zu halten: Dies sind die zentralen Aufgaben, die es zu meistern gilt“, erklärt Susanne Wallrafen, die viele Jahre als Geschäftsleiterin der Bildungs-GmbH in der Sozial-Holding tätig war und inzwischen das Projekt Urban Life + bei der städtischen Tochtergesellschaft leitet.

Bei einer Tagung unter dem Titel „Gute Jobs. Gute Pflege“ am 20. März in Berlin wird die Arbeitsgruppe Sozialwirtschaft des ddn ihre Empfehlungen unter anderem dem Bundesgesundheitsminister präsentieren.

(Report Anzeigenblatt)
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