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Heiligabend nadellos?

Heiligabend nadellos?
Mönchengladbach. „Der trockene Sommer hat unseren Weihnachtsbäumen geschadet“ – die Meldung hat viele verunsichert. Gibt’s dieses Jahr zu wenig Tannen? Oder nadeln die Bäumchen in kürzester Zeit? Der Stadt Spiegel hat sich umgehört. Von Petra Käding

Aufatmen, Mönchengladbach – Förster und Gartenhändler geben Entwarnung: Es wird trotz des langen, trockenen Sommers genug Tannenbäume für alle geben. Martin Wenner, als Gärtnermeister im Lenders Gartencenter verantwortlich für die Baumschule, erklärt: „Es gibt Stellen, wo es gar nicht geregnet hat, da haben die Bäume möglicherweise Schaden genommen, das hätte man aber schon im September gesehen“, erklärt er. „Wir haben unsere Lieferanten von da ausgewählt, wo es geregnet hat.“ Bäume, die in den Verkauf gehen, werden also weder früher noch stärker nadeln als in den vergangenen Jahren.

Auch Revierförster Werner Stops zeigt sich optimistisch. „Die Weihnachtsbäume sind normal gewachsen, die Trockenheit hat denen nicht viel ausgemacht, und es wird auch keine Preiserhöhung geben.“

Jochen Palmen, der Gartengestaltung und eine Baumschule betreibt, sieht es etwas kritischer: „Es kommt darauf an, ob die Bäume gut gegossen wurden und ob sie nicht zu früh abgeholzt wurden oder weite Anfahrtswege hatten. Denn je länger der Weg, desto schneller nadeln sie.“ Sein Tipp für den Weihnachtsbaumkauf: Lokal kaufen, nicht zu früh, und vor allem „nicht zu schnell ins Warme stellen.“ Gärtnermeister Wenner hat weitere Tipps: „Das Bäumchen am besten im Netz lassen, zwei Zentimeter vom Stamm unten absägen und dann aufrecht im Schatten und windgeschützt in einen Eimer Wasser stellen.“ So klappt’s also auch 2018 mit dem Weihnachtsbäumchen...

Bleibt nur eine Frage: Ist der Tannenbaum im Wohnzimmer heute noch ein Must-have? Kurt Sasserath vom Naturschutzbund NABU MG sagt nein: „Jahr für Jahr werden Millionen Nadelbäume gezüchtet, aus dem Ausland importiert, abgesägt, in Plastiknetzen verpackt, um für ein paar Tage als Kulisse einer scheinheiligen Idylle zu dienen.“

Auch auf Facebook wird die Frage kontrovers diskutiert. Einige setzen auf wiederverwendbare Kunstbäumchen. Simone Bergmann dagegen schreibt: „Ich lasse mir die Tradition des Weihnachtsbaumes nicht nehmen!“

Mit Traditionen wenig am Hut hat offensichtlich Kabarettist Torsten Sträter. „Was soll das?“, fragt er sich, „einen Baum ins Wohnzimmer holen? Ich stelle doch auch keine Kommode in den Wald.“

(StadtSpiegel)