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Diakonie-Neubau trägt den Namen einer engagierten Mönchengladbacher Pädagogin
Helga Stöver ein Denkmal gesetzt

Diakonie-Neubau trägt den Namen einer engagierten Mönchengladbacher Pädagogin: Helga Stöver ein Denkmal gesetzt
Den Schriftzug „Helga-Stöver-Haus“ trägt ab sofort der Diakonie-Neubau in Bettrath. FOTO: Hans-Peter Reichartz
Bettrath (jfk). Vor über einem Jahr ist es eröffnet worden, nun hat der Neubau des Diakonischen Werks an der Ehrenstraße endlich auch einen Namen, der ihm gebührt: Am Donnerstag wurde das „Helga-Stöver-Haus“ offiziell eingeweiht. Benannt ist es nach einer engagierten Mönchengladbacher Pädagogin. Von Jan Finken

„Klingelmännchen hat sie nie gemacht“, erinnert sich Irmgard Merbeck im Rahmen der Feierstunde an ihre langjährige Klassen- und Studienkollegin Helga Stöver. Die temperamentvolle 90-Jährige, die selber in dem Haus für Betreutes Wohnen lebt, wusste einige Anekdoten aus ihrer gemeinsamen Zeit zu erzählen. Einen Namen in Mönchengladbach hat sich die 1993 verstorbene Stöver durch ihr Engagement für Behinderte und Benachteiligte gemacht. „Die Nächstenliebe stand stets im Mittelpunkt ihres Handelns“, wusste Diakonie-Vorstand Wolfgang Koch über die langjährige Konrektorin der Karl-Barthold-Förderschule. „Mit dem nach ihr benannten Gebäude, das auch rein optisch ein echter Hingucker ist, wird Helga Stöver ein Denkmal gesetzt“, unterstrich Bürgermeister Michael Schroeren – zu Recht, wie Bezirksvorsteher Hermann-Josef Krichel-Mäurer ergänzte: „Ihr Engagement galt auch den Flüchtlingen und den aus ihrer Heimat Vertriebenen.“ Stövers Hilfsbereitschfat ging sogar soweit, dass sie einst einen jungen Muslimen aus Afghanistan adoptierte, um ihn vor der Abschiebung zu retten.

Der 4,5 Millionen Euro teure Neubau war im Oktober 2013 bezugsfertig geworden.

Die Pflege von Menschen mit Demenz ist eine sehr anspruchsvolle und vielfältige Aufgabe. Mit dem Haus der Diakonie wurde erstmals im Mönchengladbacher Raum ein Wohnkonzept in individuellen Kleingruppen für Demenzerkrankte und Personen mit eingeschränkter Alltagskompetenz verwirklicht. Dafür sind zwei eigene Wohngemeinschaften mit jeweils zwölf Wohneinheiten eingerichtet worden. Jede Gemeinschaft hat ein gemeinsames „Wohnzimmer“ mit offener Küche und Essbereich. Der Vorteil der beiden Wohngruppen für Demenzerkrankte ist die familiäre Gemeinschaft, die dem örtlich, zeitlich und persönlich desorientierten Bewohner eine persönliche, individuelle Unterstützung, Sicherheit und Geborgenheit gibt.

Gleichzeitig legt die Diakonie Wert auf eine integrative Betreuung und fördert den Kontakt und die Verbindung der Erkrankten mit weiteren Bewohnern des Hauses, die im Rahmen des Betreuten Wohnens im Erdgeschoss ebenfalls bestens ausgestattete, altengerechte Wohnungen vorfinden. Die Anbindung an das Ludwig-Weber-Haus ermöglicht gleichzeitig auch bei eintretender besonderer Pflegebedürftigkeit einen unkomplizierten Wechsel.

Die Besonderheit der neuen Wohnanlage spiegelt sich sowohl in der Architektur als auch der Innengestaltung wieder: Großzügige private Rückzugsmöglichkeiten in der eigenen Wohnung, große überdachte Balkone, helle lichtdurchflutete Gemeinschaftsräume schaffen eine angenehme Wohn- und Bewegungsatmosphäre. Gerade Licht besitzt für Menschen mit demenziellen Erkrankungen eine stimmungsaufhellende Wirkung und führt zu einer verbesserten Wahrnehmung. So erleichtert beispielsweise ein besonderes Licht- und Farbkonzept die Orientierung.

(Report Anzeigenblatt)
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