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Feuerwehr in Mönchengladbach rückte im vergangenen Jahr insgesamt rund 41 000 Mal aus
Hinter jedem Einsatz ein Schicksal

Feuerwehr in Mönchengladbach rückte im vergangenen Jahr insgesamt rund 41 000 Mal aus: Hinter jedem Einsatz ein Schicksal
Der in eine Hauswand gefahrene Linienbus der NEW war einer der spektakulärsten Einsätze für die Feuerwehr Mönchengladbach im vergangenen Jahr. FOTO: Andreas Baum /Archiv
Mönchengladbach (df). Als am vergangenen Dienstag die Meldung des Bombenfundes in Eicken bekannt wurde, hatte die Feuerwehr Mönchengladbach gerade ihren Einsatzbericht für 2014 vorgelegt. Auch im vergangenen Jahr war ein hochexplosiver Einsatz die brisanteste Aufgabe. Von David Friederichs

Rechnet man die insgesamt 40 984 Einsätze der Feuerwehr Mönchengladbach im Jahr 2014 auf die täglichen Ausfahrten um, ergibt sich eine kuriose Zahl: 112 Einsätze am Tag gab es für die 112. Den größten Anteil machten dabei mit 28 925 die Notfalleinsätze aus, 8 890 Krankentransporte mussten durchgeführt werden, 503 Brände galt es zu löschen. Dass dabei nur ein Toter zu beklagen war, ist auch dem schnellen Eingreifen der Feuerwehrleute zu verdanken. Schließlich verbergen sich hinter jedem Einsatz auch menschliche Schicksale, wie Feuerwehrchef Jörg Lampe zu berichten wusste.

Zwei Mal jährlich würden Starkregen und Sturm zur besonderen Häufung von Einsätzen führen. „Das Unwetter ,Ela’ im vergangenen Juni hat uns in Mönchengladbach aber weit weniger schlimm getroffen, als viele Nachbarstädte“, analysierte Lampe die rund 250 Einsätze während dieser Zeit. Im Rahmen der überörtlichen Hilfe unterstützte die Feuerwehr Mönchengladbach aber die Kollegen in Essen, Mühlheim an der Ruhr und Düsseldorf bei der Beseitigung der Schäden. „Das landesweite Konzept der Zusammenarbeit zahlt sich in solchen Fällen aus“, so Lampe. Allerdings müsse der Bund sein Versprechen einlösen und die für den Katastrophenschutz notwendigen vier neuen Löschfahrzeuge für Mönchengladbach zur Verfügung stellen. Die Kosten pro Fahrzeug lägen bei rund 250 000 Euro. Die aus Altersgründen außer Dienst gestellten Fahrzeuge wurden bislang nicht ersetzt, so dass Mönchengladbach derzeit nur eingeschränkt anderenorts Katastrophenschutzhilfe leisten kann.

Der anspruchsvollste Einsatz im vergangenen Jahr war die bei Gleisarbeiten im Oktober am Hauptbahnhof in Brand geratene Acetylengasflasche. „Eine Explosion hätte verheerende Auswirkungen in einem Umkreis von 500 Metern gehabt“, unterstrich Lampe die Gefahr. Durch massive Kühlung und mit Hilfe der Werksfeuerwehr Henkel musste die eingeleitete chemische Reaktion verzögert werden. Über 24 Stunden wurde die Gasflasche im Volksbad im Becken gekühlt und anschließend geborgen und entsorgt.

Ebenfalls in Erinnerung geblieben sind zwei Verkehrsunfälle mit Linienbussen der NEW. Am 20. Juni fuhr ein mit Fahrgästen unbesetzter Linienbus an der Kreuzung Kölner Straße/Ecke Schleestraße in Odenkirchen aus ungeklärter Ursache gegen eine Hauswand. Fast zwei Stunden dauerte die komplizierte Bergung des schwer verletzten Busfahrers. Da die Statik des Hauses so stark geschädigt war, dass ein Einsturz drohte, mussten umfassende Abstützmaßnahmen durch die Feuerwehr und das Technische Hilfswerk durchführt werden.

Ende Dezember kam es im Kreuzungsbereich Willicher Damm/Jakobshöhe zu einem Zusammenstoß von einem Sattelzug und einem Linienbus. Der Sattelzug kam im Kreuzungsbereich zu stehen, der Bus fuhr fast in einen Gewerbebetrieb. Beim Unfall wurden zwei Businsassen schwer und vier leicht verletzt.

Für die Zukunft gehen derzeit die Überlegungen voran, wieder Sirenen in der Stadt zu installieren. „Es gibt kein effizienteres Mittel, um Leute in Gefahrensituationen zu wecken als durch eine Sirene“, verdeutlicht Feuerwehrdezernent Hans-Jürgen Schnaß. Vor rund 20 Jahren wurde das feste Netz an Sirenen abgeschafft, jetzt wird zwischen einem festen Netz und einer mobilen Lösung abgewägt. „Ich bevorzuge derzeit die mobile Variante“, so Lampe. Gleichzeitig müsse eine Handlungsanweisung an die Bevölkerung herausgehen, was im Fall eines Sirenenalarms zu tun sei. Derzeit fährt die Feuerwehr mit Einsatzwagen heraus und informiert die Bevölkerung über Lautsprecherdurchsagen.

(Report Anzeigenblatt)