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Ich weiß, wo dein Auto parkt

Ich weiß, wo dein Auto parkt
In der Wilhelm-Niessen-Straße in Odenkirchen ist oft kein Durchkommen. FOTO: Andreas Baum
Seit Ende Februar können Gladbacher die „Ordnungswidrigkeiten“ online bei der Stadt Von Petra Käding

melden. Apps wie Wegeheld machen es noch leichter, Parksünder anzuschwärzen. Wie viele machen das eigentlich, hat der Extra-Tipp gefragt. Sind die Gladbacher „Petzer“?

Mönchengladbach

Über 50 Meldungen gehen jeden Monat über das gemeinsame Eingabeportal von Stadt und Polizei zur Verkehrssicherheit ein. Dazu rund 150 Anzeigen über die Wegeheld-App und noch mal so viele auf anderem Weg, zum Beispiel per Mail mit Foto.

Beispiel Wilhelm-Niessen-Straße in Odenkirchen: Nach Auskunft der Anwohner wird hier ständig rücksichtslos geparkt. Bewohner des Altenheims in der anliegenden Schmidt-Bleibtreu-Straße, Frauen mit Kinderwagen, Kinder mit Rad oder Roller auf dem Schulweg – sie alle sieht man auf die Straße ausweichen, weil der Bürgersteig zugeparkt ist.

An solchen Stellen muss eingegriffen werden. Das sieht auch die Stadt so, sagt Dirk Rütten von der Pressestelle: „Parkverstöße werden immer da zum Problem, wo sie eine Gefahr für andere werden. Dies kann im Halteverbot der Fall sein, in der Feuerwehrbewegungszone oder auf zugeparkten Rad- oder Gehwegen.“

Wie oft es zu solchen Parkverstößen kommt? Isabella Hannen von der Pressestelle der Gladbacher Polizei hat die genauen Zahlen: Allein im ersten Halbjahr 2018 habe die Polizei 1 683 Parkverstöße geahndet.

Über das Eingabeportal eingehende Meldungen jedenfalls werden umgehend vom Ordnungsamt bearbeitet oder an die Polizei weitergeleitet, je nach Inhalt. Um ständiges Falschparken kümmere sich sehr zeitnah ein Verkehrskontrolleur.

Die gute Nachricht: Falschmeldungen verzeichnet die Stadt, zumindest auf dem Eingabeportal, nicht. „Regelmäßige Anzeigener-stattung erfolgt vorwiegend über Apps wie Wegeheld.“ Das Eingabeportal dagegen scheint „eine ausreichende Kontaktbasis zwischen Bürger und Verwaltung“ darzustellen – und das, ohne „Hobbydenunzianten“ anzuziehen. Über eine „Falschparkermeldeprämie“ denkt man bei der Stadt daher nicht nach.

Bleibt die Frage: „Parksünder“ melden – oder weggucken? Seine Mitmenschen „verpetzen“ wenn Gefahr droht, ist es sicher richtig und wichtig. Aber im digitalen Zeitalter ist Petzen vielleicht auch allzu leicht geworden. Denn „Hater“ und Denunziaten werden oft online erst richtig „mutig“...

(StadtSpiegel)
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