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IMM: Europameister an einem Tag

IMM: Europameister an einem Tag
Eine deutsche Reservisten-Mannschaft beim Überqueren eines künstlichen Hindernisses im Rheydter Stadtwald im vergangenen Jahr. FOTO: IMM
Mönchengladbach. Ursula von der Leyen stiftet den Siegerpreis für den renommiertesten Militärwettkampf der Nato, der diesmal auch den Kreis Heinsberg berührt. Von Kellys Grammatikou

Bei dieser Europameisterschaft starten 30 statt 24 starke Teams. Nach Nationen auseinanderzuhalten sind sie allerdings kaum und auf dem „Spielfeldern“ bei Rheindahlen und Wegberg auch nur schwer zu erkennen: Die insgesamt 120 Wettkämpfer aus fünf Nationen, die sich zum 33. Internationalen Mönchengladbacher Militärwettkampf (IMM) angemeldet haben, tragen nämlich ihre Tarnuniformen, wenn sie unterwegs sind. Und gekämpft wird nicht wie im Fußball um den silbernen Coupe Henri Delaunay, sondern um den großen Siegerteller von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Außerdem steht der Europameister in dieser Disziplin deutlich schneller fest, nämlich direkt am Abend des Wettkampftages am kommenden Samstag, 18. Juni.

Köpfchen, Kraft und Kondition werden an 14 Stationen vom Schlauchboot-Rennen über Erste Hilfe bis hin zur Uniformenerkennung gleichermaßen gefordert. Viele Wettkämpfer kommen als „Stammgäste“ bereits seit Jahrzehnten nach Mönchengladbach. Der IMM gilt als Treffen der Nationen: Teilnehmer aus 21 Staaten waren bisher dabei, darunter sogar aus Neuseeland und der Mongolei. Im vergangenen Jahr siegte die Polizei aus Hessen. „Auch unsere mongolischen Gäste, begleitet von ihrem Militärattaché aus Berlin, haben durch ihre Leistungen sehr beeindruckt. Der Teamleader musste übrigens am Abend direkt wieder nach Ulan-Bator fliegen“, berichtet Oberleutnant der Reserve Markus Stops (36), der neue Leitende des IMM.

Ursula von der Leyen hat nicht nur erneut den großen Zinnteller mit Bundesadler und gravierter Unterschrift gestiftet, sondern lobt auch die Veranstalter, Mitglieder der Reservistenverbands-Kreisgruppe Niederrhein unter dem Befehl des Landeskommandos Nordrhein-Westfalen der Bundeswehr: „Dass NATO-Partner zusammenarbeiten und voneinander lernen, ist heute wichtiger denn je. Wer Schulter an Schulter gemeinsam Einsätze bestreitet, muss sich blindlings aufeinander verlassen können und um die Fähigkeiten des jeweils anderen wissen. Genau deswegen sind Veranstaltungen wie der IMM so wertvoll“, schreibt die Ministerin in ihrem Grußwort.

Gerade in diesem Jahr sei die Vorbereitung ein Kraftakt gewesen: „Denn nicht nur viele der maßgeblichen Akteure sind derzeit stark in der Flüchtlingshilfe engagiert. Auch Wettbewerbsflächen und Unterkünfte stehen diesmal nicht wie gewohnt zur Verfügung. Umso beeindruckender ist es, dass der IMM 2016 trotzdem stattfindet. Das ist Ausdruck eines gewachsenen Miteinanders und ebenso ein Zeichen für das ungebrochen hohe Interesse an diesem Vielseitigkeitswettbewerb, der einer der ältesten seiner Art in Europa ist.“

Ob der NATO-Oberkommandierende, der amerikanische General Philip Breedlove, der Befehlshaber der britischen Streitkräfte in Deutschland, Brigadier Ian Bell, oder der Repräsentant der Bundeswehr in NRW, Brigadegeneral Peter Gorgels, sie alle begrüßen es, dass der IMM jedes Jahr mehr als zehn Nationen am Niederrhein zusammenführt. „Der IMM hat seinen Ruf als angesehene Plattform von Professionalität, Sportsgeist und Freundschaft zu recht verdient“, stellt Breedlove fest. „Dieser Wettkampf leistet wieder einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung unserer Allianz und der Kameradschaft unter uns Alliierten und unseren Partnern.“

(Report Anzeigenblatt)