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In den Bus rollen: gewusst wie!

In den Bus rollen: gewusst wie!
Sie bereiten den „Rollatortag“ in Mönchengladbach vor (von links): Frank Grahane, Wolfgang Opdenbusch und Thomas Boß von der NEW sowie Erwin Hanschmann von der Polizei. FOTO: Andreas Baum
Mönchengladbach. Von mehr als zwei Millionen Senioren in Deutschland werden heute schon Rollatoren genutzt; jährlich kommen 500 000 weitere hinzu. Im Alltag sind die Nutzer im Umgang mit ihrer Gehhilfe jedoch häufig unsicher. Hier soll der erste "Rollator-Tag" in NRW am 18. September aufklären, helfen und informieren. Auch Mönchengladbach macht mit. Von Jan Finken

Der "Rollatortag NRW" findet in über 20 Städten statt, die Schirmherrschaft übernimmt NRW-Verkehrsminister Michael Groschek. In Mönchengladbach wird der "Rollatortag NRW" gemeinsam von der NEW in Kooperation mit der Polizei Mönchengladbach an der Haltestelle "Am Minto" (Hindenburgstraße) veranstaltet, wo von 10 bis 13 Uhr ein umfangreiches Programm auf die Besucher wartet.

Die Kooperation zwischen örtlichem Nahverkehrsunternehmen und Polizei macht Sinn, denn die Beamten registrieren bei Senioren immer wieder Hemmschwellen, öffentliche Verkehrsmittel wie Busse zu nutzen. "Wir hören oft, dass sich Senioren nicht trauen, mit ihrem Rollator in den Bus einzusteigen", weiß Erwin Hanschmann, Verkehrssicherheitsberater der Polizei Mönchengladbach. Das richtige Ein- und Aussteigen und die Angst, dabei von den Bustüren eingeklemmt zu werden, sind dafür die häufigsten Gründe. "Die Angst, von den Bustüren eingeklemmt zu werden, ist beispielsweise völlig unbegründet", erläutert Wolfgang Opdenbusch, Geschäftsführer der NEW mobil und aktiv MG und Viersen. "Die Türen sind alle dreifach gesichert, da kann nichts passieren. Außerdem sind sämtliche unserer 230 Busse mit ausklappbaren Rampen ausgestattet, die gehbehinderten Menschen das Ein- und Aussteigen erleichtern sollen."

Die NRW-Premiere des "Rollatortages" nehmen die Experten von NEW und Polizei zum Anlass, Ängste abzubauen und Senioren zu ermuntern, mit Hilfe des ÖPNV mobil zu bleiben. Am 18. September wird deshalb vor dem "Minto" das Ein- und Aussteigen mit einem Rollator sowie das Verhalten im Bus geübt; Rollatoren werden bei Bedarf gestellt. Außerdem wird es einen Rollator-Parcours geben: Auf der fünf Meter langen Übungsstrecke warten verschiedene Herausforderungen, angefangen vom Training auf verschiedenen Bodenbelägen bis zum Umgang mit Hindernissen wie Bordsteinen und Gullideckeln.

Angeboten wird außerdem ein Sicherheits-Check der Rollatoren. "Häufigster Fehler ist, dass die Höhe falsch eingestellt ist. Manche Senioren binden auch gerne die Bremskabel zusammen, weil sie ihnen im Weg sind. Wir erklären ihnen, was sie beachten müssen und wie sie richtig mit ihrem Rollator umgehen", sagt Hanschmann.

Abgerundet wird der "Rollatortag" mit einer ganzen Reihe von Info-Ständen. Die Polizei berät im Bereich Kriminalitätsprävention (Stichwort "Enkeltrick"). Der Fachbereich Altenhilfe der Stadt Mönchengladbach und die Behindertenhilfe der Stadt halten Informationsmaterial vor und stehen beratend zur Seite. Am Stand der NEW mobil und aktiv gibt es alles Wissenswerte zum BärenTicket, das Aboticket für Aktive ab 60 Jahre, und eine Broschüre, die über spezielle Kursangebote für Senioren im Bäderbereich informiert. Zudem wird am Stand eine kostenlose Reflektorfolie ausgegeben, die der besseren Wahrnehmung des Rollators in der Dunkelheit dient. Nach dem offiziellen Programm sind die Teilnehmer zu Kaffee und Kuchen im "Minto" eingeladen, wo auch behindertengerechte Toiletten zur Verfügung stehen.

(Report Anzeigenblatt)