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Integration am Kochtopf

Integration am Kochtopf
Maekele aus Eritrea und Dietmar Schilz von der Interessensgemeinschaft berieten einen Flammkuchen zu. FOTO: Simone Krakau
Mönchengladbach. Mit kulinarischen Köstlichkeiten in eine andere Welt eintauchen: Böregi, Warag Ainab und Co. kommen bei „Meet and Eat“ auf den Tisch. Das interkulturelle Kochprojekt der Interessensgemeinschaft Städtepartnerschaft Mönchengladbach führt Flüchtlinge, Zugewanderte und Mitglieder des Vereins zusammen. Von Simone Krakau

Man nehme Mozzarella, Weichweizengrieß, türkische Ashta-Creme und vor allen Dingen jede Menge Zucker – und heraus kommt Halawet el Jibn, ein köstlicher syrischer Nachtisch, den Abla gerne zu besonderen Feierlichkeiten zubereitet. Die junge Frau ist Syrerin und lebt nun in Deutschland. Bereits zum vierten Mal kocht sie zusammen mit weiteren Zugewanderten und Flüchtlingen aus verschiedensten Ländern und Mitgliedern des Vereins Städtepartnerschaft Mönchengladbach. „Meet & Eat“ heißt das Kochprojekt, welches das Zusammenwachsen der Kulturen in unserer Stadt fördern soll.

Im Werkzentrum des Reha-Vereins an der Sophienstraße werden nun regelmäßig feinste kulinarische Köstlichkeiten aus den Heimatländern der Teilnehmer zubereitet. Dabei kann man sich besser kennenlernen, sich austauschen und voneinander lernen.

„Das ist gelebte Integration“, sagt Annette Coenen-Lösch, Projektverantwortliche der Städtepartnerschaft. „Alle packen hier mit an, alle helfen mit“, ergänzt ihr Ehemann Wolfgang. „Das ist ein großes Miteinander.“ Immer abwechselnd wird ein deutsches und ein internationales Gericht gekocht. In der Regel kochen immer unterschiedliche Pärchen miteinander, so kann jeder mit jedem ins Gespräch kommen und Neues erfahren.

Für die offizielle Auftaktveranstaltung hat sich die Gruppe kulinarisch gesehen richtig ins Zeug gelegt und Fingerfood aus den jeweiligen Heimatländern vorbereitet. Sigara Böregi, Tzatziki mit Baguette, Grillgemüse und kleine Kugeln aus Kokosnuss und Kakao breiten sich auf dem Buffet aus. Die Weinblätter, gefüllt mit Lamm und Reis, werden noch schnell im heißen Wasser erwärmt. Die syrische Köstlichkeit nennt sich „Waraq Ainab“. Das einzige europäische Gericht auf dem Buffet ist Flammkuchen.

Den bereiten Maekele aus Eritrea und Dietmar Schilz von der Städtepartnerschaft noch schnell gemeinsam zu. Schilz ist von dem Projekt begeistert und weiß, dass nicht nur die Flüchtlinge davon profitieren. „Wir kriegen hier sehr viel zurück“, betont er, „es werden Freundschaften geschlossen.“ Auch wenn das Kochen und das gemeinsame Essen bei den Treffen im Mittelpunkt steht, ist auch der Austausch untereinander ein zentrales Thema. Viele der Zugewanderten haben behördliche Fragen, bei denen die Städtepartner gerne behilflich sind.

Um all die tollen Rezepte und das Besondere an dem Projekt für die Ewigkeit festzuhalten, begleiten die Künstler Anna E. Link und Marc-Daniel Kress das Projekt fotografisch. Am Ende soll dann ein Kochband entstehen.

(Report Anzeigenblatt)