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Integration statt einer Armlänge Abstand

Kevelaer. Um im August ihre Ausbildung bei Mercedes-Herbrand zu beginnen, absolvieren drei junge Männer aus Somalia derzeit bei dem Autohaus in Kevelaer ihre Einstiegsqualifizierung. Von der Redaktion

Die Einstiegsqualifizierung ist, sofern kein entsprechender Schulabschluss vorliegt, Voraussetzung für den Beginn einer Berufsausbildung. „Damit die Flüchtlinge sich in unserer Gesellschaft und Kultur integrieren können, müssen wir sie am (Arbeits-)Alltag teilnehmen lassen“, erklärt Daniel Hennig, Kaufmännischer Leiter der Herbrand GmbH. „Dazu gehört auch die Möglichkeit einer qualifizierten Ausbildung“, ergänzt Michael Haglage, Serviceleiter bei Mercedes-Herbrand.

„Als großer Arbeitgeber in der Region, sehen wir unsere gesellschaftliche Verantwortung und stellen uns dieser auch. Darum haben wir nicht lange gezögert, als das Anliegen der Integration durch eine Einstiegsqualifizierung an uns herangetragen wurde“, erklärt Richard Lacek-Herbrand, Geschäftsführer der Herbrand GmbH. Auf die Initiative einer Kevelaerer Ehrenamtlerin hin, wurde das Autohaus aktiv um alle verwaltungstechnischen und rechtlichen Fragen dazu zu klären. „Die jungen Männer sind ausgesprochen engagiert. Was ihnen an Vorbildung und Sprachkenntnissen fehlt, machen Sie durch ihren großen Einsatz wett“, so Stefan Schmeink, EDV-Leiter der Herbrand GmbH. Auch die Zusammenarbeit mit den Kollegen funktioniert sehr gut. Das Aufgabengebiet der Einstiegsqualifizierer entspricht dabei dem, welches auch die Herbrand-Auszubildende im ersten Lehrjahr zu absolvieren haben. Vor dem Hintergrund der rückläufigen Bewerberzahlen, profitiert aber auch Herbrand als Unternehmen von den Absolventen der Einstiegsqulifizierung: „Wir begreifen die Zuwanderung als Chance, dem wachsenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken.“

Mercedes-Herbrand plant jetzt schon die Fortsetzung des Projekts. „Nach der erfolgreichen Premiere in Kevelaer, werden wir auch an weiteren Standorten motivierten und engagierten jungen Flüchtlingen die Möglichkeit einer Einstiegsqualifizierung im Bereich Service oder Verwaltung bieten“, so Daniel Hennig. „Wir wünschen uns, dass auch andere Unternehmen unserem Beispiel folgen“, schließen die Vertreter des Autohauses. Interessierte Unternehmer dürfen sich darum mit ersten Fragen gerne an Daniel Hennig, den Kaufmännischen Leiter des Autohauses wenden.

(Report Anzeigenblatt)