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Ella „Mutsch“ Balkow hat mit 102 mit dem Schreiben begonnen/ Finanzierung über Startnext
Jahrhundert-Geschichte(n)

Ella „Mutsch“ Balkow hat mit 102 mit dem Schreiben begonnen/ Finanzierung über Startnext: Jahrhundert-Geschichte(n)
In 102 Lebensjahren hat sich so einiges an Erlebnissen angesammelt. Ella Balkow schreibt zwölf davon auf und baut mit Hilfe von Enkelin Natalie Balkow und Urenkel Philipp Schultze einen Kalender daraus. Finanziert werden soll das Ganze über eine Crowfunding-Plattform. FOTO: Andreas Baum
Mönchengladbach . Ella Balkow ist eine ältere Mönchengladbacherin - viel älter als die meisten. Schon vor zwei Jahren hat sie die 100 überschritten und gehört noch lange nicht zum alten Eisen. Mit Hilfe von Enkelin und Urenkel arbeitet sie jetzt an einem Geschichten-Kalender für die Generation 70plus. Von Ulrike Mooz

Ella Balkow weiß sofort eine Antwort, wenn man sie fragt, wie man 102 wird: Immer zu Fuß gehen, keine Drogen und Bescheidenheit üben. Mit dem Grundsatz ist sie weit gekommen - und rasten ist nicht ihr Ding. Noch heute hält sie sich an ihre eisernen Prinzipien. Neuestes Projekt der Gladbacherin ist ein hochwertiger "Kalender der Hundertjährigen" mit Geschichten aus ihrem langen Leben. Während manch einer sich nur mühsam erinnert, wie das war, als es noch kein Handy gab, ist Mutsch, wie sie die Familie nennt, noch ohne Koffer gereist. "Koffer gab es damals nicht", sagt sie und erzählt, wie sie als Schülerin mal zwei Wochen in Berlin war - mit dem Gepäck im Pappkarton.

Das Jahrhundert sei ein sehr blutiges gewesen, das sich Anfangs selten von seiner schönen Seite gezeigt habe, sagt Ella Balkow, trotzdem sollen die zwölf Geschichten auf den Rückseiten der zwölf Monatsblätter des geplanten Foto-Kalenders nicht nur traurige sein. "Wir halten die Balance", sagt Enkelin Natalie Balkow, die ihr hilft. Öde Opa-Kriegsgeschichten sind es jedenfalls nicht, was die Kalender-Leser von der 102-jährigen erwarten dürfen. Vielmehr geht es um lebenskluge Alltagsgeschichten, in denen es mal nicht um Nazi-Deutschland geht und die die Menschen anregen sollen, sich selbst mal zu erinnern oder nachzufragen, wie das Leben früher war.

Finanziert werden soll das Projekt über die Crowfunding-Plattform "Startnext". Hier können Interessierte Anteile kaufen, damit die Summe von 2 000 Euro für die Produktion zusammen kommt. Ein Risiko ist das nicht. Für einen Anteil für 17, 50 Euro bekommt man später den Kalender - oder sollte der unwahrscheinliche Fall eintreten, dass das Projekt scheitert - das Geld zurück. "Die Krux an der Sache ist die, dass die Zielgruppe 70plus eher selten im Internet unterwegs ist. Da hoffen wir auf die Unterstützung von Enkeln und Urenkeln", sagt Natalie Balkow. Falls Gewinn erwirtschaftet wird, will Ella Balkow den übrigens für ein Hospiz spenden.

In 50 Tagen muss nach den Crowfunding-Regeln der Betrag von 2000 Euro zusammen kommen.

Info, Leseproben und mehr zum Kalender und zur Kampagne unter www.startnext.de/der-kalender-der-hundertjaehrigen

(Report Anzeigenblatt)