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Keine Einbahnstraßen mehr

Keine Einbahnstraßen mehr
Frank Mund (l.), Präsident des Kraftfahrzeuggewerbes NRW, und Marcus Büttner, Hauptgeschäftsführer des Kraftfahrzeuggewerbes NRW, erhielten hohen Besuch von Sylvia Löhrmann, stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes NRW. FOTO: Andreas Baum
Mönchengladbach. Das Kraftfahrzeuggewerbe NRW wirbt für die duale Berufsausbildung – mit prominenter Unterstützung der stellvertretenden Ministerpräsidentin Sylvia Löhrmann. Außerdem blickt die Branche auf ein „manierliches“ 2015 zurück. Von Yvonne Simeonidis

Auch wenn der Kfz-Mechatroniker nach wie vor einer der beliebtesten gewerblichen Ausbildungsberufe ist – im vergangenen Jahr wurden 3 763 Ausbildungsverträge abgeschlossen – zeichnen sich auf der Stirn von Frank Mund, Präsident des Kraftfahrzeuggewerbes NRW, leichte Sorgenfalten ab. „Unsere Branche leidet nach wie vor darunter, dass viele Schüler sich für den ’Heilsbringer Studium’ entscheiden“, bedauert Mund, „oft durch Unkenntnis der Ausbildungsmöglichkeiten.“ Gegeneinander ausspielen möchte Mund Studium und Ausbildung aber nicht. Es gehe darum, die Schüler möglichst gut zu informieren.

Eine Möglichkeit bietet da die Landesinitiative KAOA – Kein Abschluss ohne Anschluss. „Mit dieser Initiative soll perspektivisch jeder Schüler der achten Klasse erreicht werden“, erklärt Ministerin Sylvia Löhrmann, „die jungen Menschen sollen möglichst eigenständig zu einer Entscheidung kommen.“ Es gäbe bei Studium und Ausbildung keine Einbahnstraßen mehr, betonte Löhrmann. Beide Wege werden immer durchlässiger, lassen sich kombinieren – an der Hochschule Niederrhein etwa mit dem trialen Studium.

Rückblickend auf das Jahr 2015 stellten Frank Mund sowie Landespressesprecher Bruno Kemper fest, dass sich die Branche „ganz manierlich entwickelt“ habe. Die Unruhen am Markt durch den Abgas-Skandal haben – zumindest bis heute – keine merklichen Auswirkungen auf die Umsätze in der Branche gehabt. Der Gesamtumsatz steigerte sich um 6,6 Prozent auf 33,2 Milliarden Euro. Der Neuwagenhandel legte dabei zu.

Sorge mache den Verantwortlichen eher das stagnierende Servicegeschäft und solche Marktneuerungen wie „Schadens-Apps“ oder der „HUK-Autoservice“. Hier befürchtet die Kfz-Branche vor allem einen Qualitäts- und Sicherheitsverlust für die Autofahrer.

(Report Anzeigenblatt)