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Kirche gehört zum Alten Markt

Kirche gehört zum Alten Markt
Das Mäuerchen soll weg und die Pflasterung der des Alten Marktes angepasst werden, wünscht sich der Bauverein. FOTO: Ulrike Mooz
Mönchengladbach. Die Citykirche ist von jeher ein Mittelpunkt des Mönchengladbacher Stadtkerns. Nach der aufwendigen Sanierung soll sie noch besser ins Stadtgeschehen integriert werden. Von Ulrike Mooz

Wie eine Trutzburg steht die Citykirche St. Mariä Himmelfahrt auf dem Hügel des Abteibergs. Seit mehr als 1 100 Jahren - und damit länger als das Münster existiert - gibt es an dieser Stelle ein Gotteshaus. Seit knapp 500 Jahren die, die wir heute kennen. "Früher pilgerten die Menschen zu Fuß von Hehn oder Neuwerk hier hin, teilweise durch damals noch bewaldetes Gebiet", sagt Dirk Heinemann, Vorstand der St. Vitus Gemeinde und des Bauvereins Hauptpfarrkirche.

In den letzten Jahren ist die Kirche mit viel Aufwand saniert worden. Jetzt soll sie auch durch die Vorplatzgestaltung mehr ins Leben des Alten Marktes integriert werden. Da die Aachener Architekten Paulssen und Schlimm bei der Sanierung ganze Arbeit geleistet hatten, hat jetzt auch der städtische Fachbereich Stadtplanung auf ihre Hilfe zurück gegriffen, um den Platz vor der Kirche, der zum Teil der Gemeinde und zum Teil der Stadt gehört, zu verschönern. Ihre Vorstellungen dürfen auch die Mitglieder des Bauvereins Hauptpfarrkirche bei dem städtischen Bauvorhaben mit einbringen: "Wir wünschen uns, dass die Pflasterung vom Alten Markt auch auf dem Kirchenvorplatz aufgegriffen wird", sagt Dirk Heinemann, die Citykirche solle mehr als zum Alten Markt zugehörig wahrgenommen werden. Dabei soll nach Vorstellung des Bauvereins auch das Mäuerchen verschwinden und der Aschenplatz neben der Gaststätte St. Vith. Auch einige Bäume könnten verschwinden, um einen ungehinderten Blick auf die Kirche und auf den Vitusbrunnen zuzulassen. Das Parken rund um die Kirche, soll nach den Vorstellungen des Bauvereins in Zukunft durch Pöller verhindert werden. "Das geht dann nur noch bei Großveranstaltungen", so Dirk Heinemann. Dass die Traditionsgaststätte St. Vith sich mit Tischen und Stühlen ein bisschen aufs Kirchengelände ausdehnen möchte, dagegen habe niemand was, so Heinemann.

Geplant ist für die Kirche auch der Bau eines Windfangs vor dem Hauptportal. Der müsse transparent sein, weil die Tür samt der Umrandung unter Denkmalschutz stehe, so Anne-Rose Jansen, ebenfalls Vorstand im Bauverein. "Der Windfang ist nötig, weil dort Regen und Unrat bei schlechtem Wetter ungehindert reingeweht werden", sagt sie.

Und noch eine Maßnahme könnte für bessere Integration ins Stadtgeschehen sorgen: Die Öffnungszeiten der Kirche sollen ausgedehnt werden. Zur Zeit kann man die Citykirche nur dienstags bis samstags von 10 bis 16 Uhr betreten. Mit mehr Ehrenamtlern, die während der Öffnungszeiten den Besuchern etwas zur Baugeschichte erzählen können, aber auch ein Auge auf den Kirchenraum haben sollen, könnten die Zeiten so ausgeweitet werden, dass auch Berufstätige die Chance hätten, die Kirche zum Beten, als Kulturstätte oder einfach um Ruhe zu finden, nutzen könnten, so Heinemann und Jansen. Rund 40 Leute, die etwa zwei Stunden pro Woche die Kirche betreuen, werden gesucht.

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