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Kultur ohne Sprachbarriere

Kultur ohne Sprachbarriere
Sie wollen Flüchtlingen die Türen ins Theater öffnen: Professor Theodor M. Bardmann (l.) und Carola Zbirovsky-Baumgard, Ehrenamtlerin der Flüchtlingseinrichtung Brucknerallee (r.) mit Aktiven vom Theater, Flüchtlingrat Krefeld, der Philippus-Akademie und Studierenden der Hochschule. FOTO: Andreas Baum
Mönchengladbach. Im Brechtschen Sinne Haltung zeigen möchte das Theater beim Thema Flüchtlinge. Neben zahlreichen privaten Initiativen gibt es dort jetzt auch ein Projekt, mit dem Theater und Hochschule Niederrhein Flüchtlingen ermöglichen, ins Ballett zu gehen. Von Ulrike Mooz

Im Mönchengladbacher Theater arbeiten Menschen aus 29 Nationen. Sich mit anderen Kulturen und Sprachen auseinander zu setzen, ist dort also Normalität. „Bei uns gibt es viele private Flüchtlings-Initiativen – vom Aushang für gebrauchte Winterkleidung über eine Hospitanz für vier Eritreer bis zur Einladungen aus der Orchesterkasse“, sagt Christoph Elles, Marketingreferent am Theater. Mit einem Projekt, das das Theater gemeinsam mit der Hochschule Niederrhein, der Philippus-Akademie, dem Krefelder Flüchtlingsrat, dem Mitbegründer der Initiative für geflüchtete Menschen, Stephan Tötsches, und dem Arbeitskreis Flüchtlingshilfe der evangelischen Kirchengemeinde Rheydt initiiert hat, soll die Hilfe jetzt etwas Konstantes bekommen. „Wir wollen im Brechtschen Sinne Haltung zeigen“, sagt Intendant Michael Grosse. Zunächst an vier Terminen - zwei in Mönchengladbach, zwei in Krefeld - sollen Flüchtlingsgruppen von je 25 Personen kostenlos in das Ballett „Tangonacht plus“ kommen. „Beim Ballett gibt es keine Sprachbarriere, Tanz ist die universelle Sprache“, so Elles. Zuvor bekommen die Gäste eine Führung durchs Theater und eine Einführung in das Stück. Finanziert wird das Projekt aus dem Erlös, der durch studentischen Kuchenverkauf im Rahmen des Projektseminars „Wandlungen in Zeit und Raum“ im Fach Kulturpädagogik an der Hochschule Niederrhein zustande kam. „Wir wurden von den Ereignissen überrollt“, sagt Projektleiter Professor Theodor M. Bardmann. Plötzlich sei nicht mehr nur von Wandlungen im privaten kleinen Raum die Rede gewesen und von Globalisierung, sondern die Menschen selbst würden sich bewegen. Mit dem Pilotprojekt sollen Flüchtlinge die Gelegenheit bekommen, am kulturellen Leben teil zu haben und rechtsradikalen Tendenzen soll etwas entgegen gesetzt werden.

(Report Anzeigenblatt)