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Laufend Kultur erleben

Laufend Kultur erleben
Mönchengladbach. Am 4. Juni des kommenden Jahres findet nicht nur erstmals der Santander Marathon statt, auch die Kulturnacht „Nachaktiv“ geht in die sechste Runde. Da beide Veranstaltungen voneinander profitieren wollen, gibt es zahlreiche Kooperationsansätze. Von David Friederichs

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Und die sind oft lang. „So früh haben wir noch nie zusammen gesessen“, musste auch Dr. Thomas Hoeps, Leiter des städtischen Kulturbüros, beim Blick auf den Kalender feststellen. Schließlich dauert es noch ein halbes Jahr, ehe zum sechsten Mal die Mönchengladbacher Kulturnacht „Nachtaktiv“ mit seinen mehr als 150 Programmpunkten an vier Orten in der Stadt in seinen Bann zieht. Doch schont schwenkt sein Blick herüber zu Micky Hilgers. Und es ist kein Zufall, dass beide hier in der Kulturküche auf der Waldhausener Straße zusammensitzen.

Denn zeitgleich mit der Kulturnacht werden auch tausende Läufer in der Stadt unterwegs sein und der Santander Marathon seine Premiere feiern. „Da wir das Thema Musik stark in unseren Marathon einbinden werden, war der Bezug zur Kultur schnell hergestellt“, sagt Hilgers. Er spricht sogar von einem Glücksfall für beide Seiten. „Es ist wichtig, sich in der Kulturarbeit gegenseitig zu unterstützen, und das machen wir auch“.

Daher war nach Bekanntwerden der Terminkollision schnell klar, dass man gemeinsam etwas bewegen wolle. So soll die Leinwand an der großen Bühne auf dem Alten Markt nicht nur während des Marathons genutzt werden, um Bilder von der Strecke zu zeigen. „Ich könnte mir gut vorstellen, bis spät in die Nacht Stummfilme dort zu zeigen“, so Hoeps. Des weiteren ist eine Lichtinstallation am Alten Wassertrum geplant, bei der Werbung für beide Veranstaltungen gemacht werden soll.

Auch die aktiven Läufer sollen die Kulturnacht noch live erleben können. Deshalb erhält jeder Teilnehmer des Santander Marathons ein Eintrittsbändchen kostenlos bei der Anmeldung dazu. Außerdem wird ein Shuttle-Bus von Start und Ziel im Nordpark in die Kulturnacht Quartiere Abteiberg und Altstadt angeboten.

Wie schon bei der letzten Kulturnacht 2014, wird auch diesmal das Quartierskonzept übernommen. Neben den beiden genannten sind es die Quartiere in Rheydt und in Eicken. „Wir gehen jetzt in die genaue Planung in den einzelnen Quartieren“, gibt Norbert Krause, Koordinator für das Quartier Abteiberg, einen Einblick in den Sachstand.

Obwohl das Interesse der lokalen Künstler an einer Beteiligung bereits groß ist, können sich derzeit noch Künstler und Projektmacher aller Genres beim Kulturbüro melden.

Das erste sichtbare Zeichen der Kulturnacht wird am 21. Januar erschaffen. Über eine eigens entwickelte App werden Menschen in einem Nachaktiv-Schwarm Routen zu den Veranstaltungsorten der Kulturnacht ablaufen oder fahren. Die sich daraus ergebenden Lichtlinien, werden im Anschluss über eine Software an eine Wand projiziert, und diese ergeben das neue Bildmotiv der Kulturnacht. Konzipiert und realisiert wird dies durch David Denker, der das Projekt nicht nur als Grundlage seiner Diplomarbeit nutzt, sondern auch im Team von Micky Hilgers aktiv ist und die Lichtinstallation am Wasserturm umsetzten wird.

(Report Anzeigenblatt)