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Lebensmittelretter im Einsatz

Lebensmittelretter im Einsatz
Knackig und frisch: Die Foodsaver retten die noch frischen Lebensmittel vor der Tonne. FOTO: Andreas Baum
Mönchengladbach. Lebensmittel vor der Tonne retten und die Wertschätzung steigern – das steckt hinter dem Konzept foodsharing. In Mönchengladbach gibt es mittlerweile um die 70 Foodsaver, die noch genießbare aber nicht mehr verkäufliche Nahrung abholen und verteilen. Von Simone Krakau

"Noch genießbare Lebensmittel in den Müll zu werfen ist für mich so, als würde man die Energie, die für die Produktion von Lebensmitteln aufgewendet wird, wegschmeißen und die Arbeit, die dahinter steckt, nicht wertschätzen", sagt Lisa Köhler. Die junge Frau ist eine von drei Mönchengladbacher foodsharing-Botschafterinnen, die sich gegen die Verschwendung von Lebensmitteln in unserer Stadt einsetzt. Beim sogenannten "Foodsaving" werden noch frische, aber nicht mehr verkäufliche, Lebensmittel von Ehrenamtlern bei Betrieben abgeholt und im Nachhinein an Nachbarn, Menschen auf der Straße, gemeinnützige Projekte und über die foodsharing-Plattform im Internet verteilt. Auf dieser Plattform können Privatpersonen, Händler, Vereine und Produzenten überschüssige Lebensmittel kostenlos anbieten, einen "digitalen Esskorb" erstellen und damit zu verschenkende Lebensmittel anbieten. "Interessiert mich der Inhalt, kann ich mich ganz einfach mit den Anbietenden zur Abholung der Lebensmittel verabreden", erklärt Köhler.

Vor dem SuperBioMarkt auf der Lüpertzender Straße haben sich zehn Foodsaver zusammengefunden, die sich um die Abholung und Sortierung der Lebensmittel kümmern. Und die Ausbeute ist sehr zufriedenstellend: Der grüne Spargel, der gemischte Salat, die knackige Paprika und die frischen Brötchen sehen super aus und können guten Gewissens weiterverteilt oder von den Helfern selber verzehrt werden. "Wer sich online für einen Abholtermin eingetragen hat, darf auch erst immer seinen Eigenbedarf decken", betont Köhler.

Meldet man sich bei den Foodsavern an, muss online erst ein Quiz bestanden werden, um zu gewährleisten, dass der Retter auch gewissenhaft mit der Ware umgeht und die volle Verantwortung für die abgeholten Lebensmittel übernimmt.

Die Mönchengladbacher Aktivisten treffen sich jeden ersten Dienstag, 19 Uhr, in einer offenen Runde im CO21, Hindenburgstraße 90-92. "Wir freuen uns über alle Interessierten und Neuankömmlinge", betont Köhler. "Wir können noch mehr Lebensmittelretter in Mönchengladbach gebrauchen."

(Report Anzeigenblatt)
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