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Lobbyarbeit für die Kita-Eltern

Lobbyarbeit für die Kita-Eltern
Ronny Siegel (rechts) und Andreas Vest bilden den neuen Vorsitz des Jugendamtselternbeirats. Ihr Ziel ist es, die Bedürfnisse der Eltern von Kita-Kindern für die Politik sichtbar zu machen. Damit dies gelingt, bedarf es ihrer Meinung nach allerdings einer stärkeren Mobilisierung der Elternschaft. FOTO: Baum
Mönchengladbach. Im November wurde durch die Elternvertreter der Mönchengladbacher Kitas der neue Jugendamtselternbeirat (JAEB) gewählt. Doch was tut dieser überhaupt und was kann er bewirken? Das neue Führungsduo, Ronny Siegel und Andreas Vest, gibt Antworten. Von Thomas Hippel

"Im Grunde sind wir ein Organ, das Lobbyarbeit für die Eltern leistet", sagt Ronny Siegel, der neue Vorsitzende des Beirats. Dies betreffe eine ganze Palette an Themen – von der Inklusion und dem Personalschlüssel in den Kitas über die Verpflegung in den Kindergärten bis hin zu der Frage der Betreuung in den Übergangszeiten zwischen Kindergarten und Schule.

Allerdings seien die Beiratsmitglieder als Lobbyisten natürlich nur so gewichtig wie die Lobby, die sie vertreten. Und damit ist schon ein grundlegendes Problem angesprochen, denn – so räumen Siegel und sein Stellvertreter Andreas Vest ein – wirklich bekannt scheinen der JAEB und seine Wirkungsmöglichkeiten den meisten Eltern noch nicht zu sein.

"Nur 28 der insgesamt 133 Gladbacher Kitas waren bei der Wahl zum Beirat mit einem Elternvertreter anwesend", so Vest. Daher wollen er und Siegel das Organ nun mehr ins Schweinwerferlicht rücken, denn sie wissen: Der JAEB ist, damit er sich erfolgreich für die Belange seiner Zielgruppe einsetzen kann, auf eine möglichst breite Mobilisierung der Elternschaft angewiesen. Schließlich ist der Beirat kein Organ mit politischer Entscheidungsgewalt, sondern seine Möglichkeiten der Einflussnahme zeigen sich vor allem in der Kommunikation mit den zuständigen Stellen. Ob im Jugendhilfeausschuss, im Trägerarbeitskreis oder aber im ständigen Austausch mit der Jugendamtsleitung – es gilt: Je mehr Eltern sich organisieren, desto eher werden sie gehört.

"Daher streben wir einen aktiven Austausch mit den Eltern an, um als Sprachrohr für sie fungieren und Probleme angehen zu können", macht Siegel deutlich. Auf der Liste der Ziele des Beirats finden sich neben der Sicherstellung eines betreuten Übergangs zwischen Kita und Schule auch die angestrebte kostenfreie Nutzung des ÖPNV für alle Kita-Ausflüge sowie eine Verbesserung des Kita-Navigators.

(Report Anzeigenblatt)