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Luther und die 95 Thesen

Luther und die 95 Thesen
Mönchengladbach. Am kommenden Dienstag ist Reformationstag. Erstmalig (und wahrscheinlich einmalig) ist der 31. Oktober ein bundesweiter Feiertag. Doch was feiern wir da eigentlich? Wir klären auf. Von David Friederichs

Der Name Martin Luther ist sicherlich vielen ein Begriff, seine 95 Thesen, die er an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg (Sachsen-Anhalt) schlug, sind irgendwo im Hinterkopf verankert. Mit dem Wort Reformation können nur noch wenige etwas anfangen. Dass es dafür einen separaten Tag gibt, ist in Zeiten von Halloween fast völlig in Vergessenheit geraten.

Vielleicht brauchte es diesen bundesweiten Feiertag am kommenden Dienstag, um all das nochmals in Erinnerung zu rufen. Am 31. Oktober 1517, als vor genau 500 Jahren, veröffentlichte Luther seine 95 Thesen, mit denen er die Reformation der Kirche in Gang setzte. Grund für Luthers Thesen waren die aus seiner Sicht großen Missstände in der damaligen Kirche, die mit den Worten der Bibel nicht vereinbar waren. Im Kern des Ganzen bestritt er die herrschende Ansicht, dass eine Erlösung von der Sünde durch einen Ablass in Form einer Geldzahlung möglich sei.

Wurde der Tag bisher nur als gesetzlicher Feiertag in den neuen Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gefeiert, da hier der Anteil der evangelischen Bevölkerung höher ist als der katholische, wurde anlässlich des 500. Jahres der Reformation erstmalig (und wahrscheinlich einmalig) der Reformationstag als bundesdeutscher Feiertag festgelegt. Im Gegensatz zu Allerheiligen oder Karfreitag, ist der Reformationstag allerdings kein stiller Feiertag, so dass Feiern bis 2 Uhr am kommenden Tag erlaubt sind.

(Report Anzeigenblatt)