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Mahmoud singt auch im Gospel-Chor

Mahmoud singt auch im Gospel-Chor
Stolz zeigt Mahmoud Almasri sein Zeugnis, das ihn berechtigt, Deutsch als Fremdsprache zu unterrichten. Ab nächstem Frühjahr wird der 22-jährige Syrer anfangen Informationstechnik zu studieren. FOTO: Klaus Schröder
Mönchengladbach. Alles redet über Flüchtlinge, wir reden mit ihnen, genauer mit zweien: einem 22-jährigen alleinstehenden Syrer und einer 27-jährigen Mutter und Ehefrau aus dem Irak. Die Wege, die vor ihnen liegen, könnten nicht unterschiedlicher sein. Von Klaus Schröder

Der Römerbrunnen – verschrien als schlimmes Viertel, aber in Wahrheit ein völlig unauffälliger Startort für viele neue Leben. Mahmoud Almasri hat gerade sein Zeugnis bekommen: „DaF – das bedeutet: Ich darf jetzt Deutsch als Fremdsprache unterrichten.“ In allen Dialekten seiner Muttersprache fühlt er sich zu Hause. „Allein in Syrien gibt es 15.“

Er weiß genau, wie er seinen Landsleuten deutsche Vokabeln und Satzbau beibringen kann – er hat den Lernprozess am eigenen Leib erfahren. Der schmale junge Mann aus Dara im Süden Syriens freut sich sehr und bleibt doch bescheiden. „Ich muss noch vieles lernen.“ Aber die Strecke, die er bisher zurückgelegt hat, ist phänomenal. Anfang Oktober zieht er in eine eigene Wohnung in Lürrip. Außerdem singt er in Rheydt im Gospel-Chor „Family of Peace“. „Einem Mädel ist auf einer Geburtstagsfeier aufgefallen, dass ich gut singe, und hat mich eingeladen.“ Ab April 2017 will er ins Studium einsteigen: Informationstechnik. Wo, entscheidet sich in den nächsten Wochen. „Das habe ich schon in Homs studiert – aber dann konnte man dort nicht mehr weiterleben.“

Nicht mehr weiter ging es auch für die junge Mutter von drei Kindern, die mit ihrem Ehemann aus dem Irak floh. Wir kennen ihre Namen, wollen sie aber nicht nennen, weil sie als Jesiden zu den am meisten verfolgten Gruppen durch die Terrormiliz Islamischer Staat gehören.

(StadtSpiegel)