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Markt ist kein Selbstläufer

Markt ist kein Selbstläufer
Alle Beteiligten zogen eine positive Bilanz für das Ausbildungsjahr (v.l.): Klaus Koralewski, Angela Schoofs, Jürgen Steinmetz, Petra Pigerl-Radtke sowie Stefan Bresser. FOTO: Andreas Baum
Mönchengladbach (ysl). IHK, Agentur für Arbeit und Kreishandwerkerschaft blicken zufrieden auf das vergangene Ausbildungsjahr, betonen aber auch, dass sie in ihren Bemühungen nicht nachlassen dürfen. Von Yvonne Simeonidis

Es hat Seltenheitswert, nur in zufriedene Gesichter zu blicken, wenn es um eine Bilanz geht. Besonders wenn es, wie in diesem Fall, um die Bilanz des Ausbildungsmarktes geht. Doch Angela Schoofs, Leiterin Agentur für Arbeit Mönchengladbach, Klaus Koralewski, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Niederrhein, Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein, Petra Pigerl-Radtke, Geschäftsführerin des IHK-Bereichs Aus- und Weiterbildung, sowie Stefan Bresser, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Mönchengladbach, waren sich einig, dass man mit minimalen Abstrichen sehr zufrieden sein kann.

„Die Schülerzahlen sinken, die Akademisierung schreitet nach wie vor voran“, zählt Jürgen Steinmetz auf, „und trotz dieser Faktoren konnten wir die Zahlen stabil halten, darauf sind wir stolz.“ Stabil ist hier tatsächlich wörtlich zu nehmen. In Mönchengladbach wurden bei der IHK 1 051 (1 052 im Vorjahr) Ausbildungsverträge eingetragen. Im Gegenzug sind allerdings noch 450 Ausbildungsplätze in der IHK-Lehrstellenbörse frei. Die Kreishandwerkerschaft vermeldet derweil 436 abgeschlossene Ausbildungsverträge im Handwerk (Vorjahr: 430), während 20 Stellen noch nicht besetzt sind.

Schulabgänger, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, werden von der IHK, den Kreishandwerkerschaften und den Arbeitsagenturen intensiv beraten und betreut. In mehreren Nachvermittlungsaktionen soll es wie in den Vorjahren gelingen, jedem ausbildungswilligen und -fähigen Jugendlichen ein Angebot zu unterbreiten. „Dieses Vorgehen hat sich bewährt“, so Steinmetz. „Alle Akteure arbeiten dabei erfolgreich Hand in Hand.“

Die Erkenntnis habe sich durchgesetzt, dass die fehlenden Azubis von heute die fehlenden Fachkräfte von morgen sind, betont Petra Pigerl Radtke. „Die Jugendlichen müssen das duale Ausbildungssystem als Chance begreifen“, appelliert Angela Schoofs an die künftigen Schulabgänger.

Um den richtigen Ausbildungsplatz zu finden, helfen IHK, Kreishandwerkerschaft und die Agentur für Arbeit auf vielfältige Weise: Berufsberatung, Speed-Dating und Mappencheck sind nur drei der vielen Angebote. Schoofs mahnt aber auch: „Bei aller Euphorie: nichts ist ein Selbstläufer.“ Und: „Wir dürfen nicht an den Jugendlichen zerren, sondern müssen ihnen Möglichkeiten aufzeigen.“

(Report Anzeigenblatt)