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Bürger und Politiker holen durch ihren Einsatz ein dreitägiges Musik-Festival in die Stadt
MG, das ist dein Erfolg!

Bürger und Politiker holen durch ihren Einsatz ein dreitägiges Musik-Festival in die Stadt: MG, das ist dein Erfolg!
Sichtlich gut drauf (von links): Konzertveranstalter Marek Lieberberg, Dr. Hans-Peter Schlegelmilch (CDU-Fraktionsvorsitzender) und Felix Heinrichs (Fraktionsvorsitzender der Gladbacher SPD). FOTO: Baum
Mönchengladbach (jfk). Sie lachten, scherzten und waren sichtlich guter Dinge: Dies hätte man bei Konzertveranstalter Marek Lieberberg sowie den beiden Fraktionsvorsitzenden Dr. Hans-Peter Schlegelmilch (CDU) und Felix Heinrichs (SPD) an diesem Nachmittag im Haus Erholung nicht erwartet, schließlich wurde verkündet, dass „Rock am Ring“ künftig nicht in Mönchengladbach stattfinden werde. Dafür erklärte Lieberberg, dass er im August ein neues dreitägiges Musikfestival im JHQ plane. Von Jan Finken

Im Rahmen der kurzfristig einberufenen Pressekonferenz wurde dann rasch klar, was die Beteiligten in sichtliche Freude versetzte. Den Kampf um „Rock am Ring“ hatte Mönchengladbach verloren, doch der 68-jährige Konzertveranstalter will auf dem JHQ-Gelände ein neues Spitzen-Festival mit nationalen und internationalen Top-Acts etablieren. Gespielt werden soll an drei Tagen auf drei Bühnen, eine davon in einem Zelt. „Das wird 1. Liga! Drunter machen wir es nicht“, unterstrich Lieberberg, der das Gelände zunächst für fünf Jahre mieten will.

Zuvor hatte er ein Statement verlesen, in dem er einmal mehr seine große Verbundenheit zur Vitusstadt dokumentierte. Eher zufällig sei er bei Facebook auf Mönchengladbach als potenziellen neuen Standort für ein Musik-Festival gestoßen. Dass er nun hier ein neues, modernes Festival planen würde, sei vor allem dem Enthusiasmus und der Begeisterung der Gladbacher Bürger geschuldet. Lieberberg lobte auch seine Mönchengladbacher Verhandlungspartner der vergangenen Wochen: „Ohne das unglaubliche Engagement, ohne die Ausdauer, Zähe und Beharrlichkeit der Fraktions-Chefs von CDU und SPD, Dr. Hans Peter Schlegelmilch und Felix Heinrichs, dem Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners, der Wirtschaftsförderung, den Mitarbeitern der Verwaltung und meinem Mönchengladbacher Kollegen Micki Hilgers, wären wir heute nicht da, wo wir sind“, betonte Lieberberg. Dieser Einsatz sei einzigartig, während seiner 44 Berufsjahre habe er Vergleichbares noch nicht erlebt, so Lieberberg, der erneut den derzeitigen Eigentümer des Geländes, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), scharf angriff.

Die BImA habe einen Vorvertrag nach monatelangen konstruktiven Gesprächen ohne nachvollziehbare Begründung zurückgezogen; „uns hat es den Boden unter den Füßen weggezogen“, beschrieb Lieberberg das „unerträgliche Verhalten“ der Behörde. Statt aber die Idee eines Festivals endgültig beerdigen zu müssen, sei nun die Geburt einer neuen Marke möglich: „Wir werden die Begeisterung dieser ganzen Region für ein Musikfestival mit Leben füllen“, betonte Lieberberg. „Wir werden DAS Festival des Westens erschaffen, eine Marke, die eine Strahlkraft weit über die Landesgrenzen hinaus haben wird. Mit aller Kraft werde ich Mönchengladbach auf dem Weg zur Musikmetropole unterstützen.“ Als sichtbares Zeichen seines Willens überreichte er Schlegelmilch und Heinrichs die Unterlagen für eine Bauvoranfrage auf dem JHQ-Gelände.

Welche Musik-Acts im August 2015 im ehemaligen Militärgelände zu erwarten sind, wollte Marek Lieberberg noch nicht verraten. Als ein Headliner sind „Die Toten Hosen“ im Gespräch. Auch das genaue Datum ist noch ungewiss, doch liegt es wohl nahe, dass das neue Festival in Mönchengladbach das Zwillingsfestival zum Rock’n’Heim sein wird. Dieses findet seit 2013 auf dem Hockenheimring statt, zog in diesem Jahr ungefähr 40.000 Besucher an und wird ebenfalls von Lieberberg organisiert. Ein großer Vorteil eines Zwillingsfestivals liegt auf der Hand: Bands können zweimal an einem Wochenende spielen. Rock am Ring praktiziert das seit Jahren so mit Rock im Park in Nürnberg. Rock’n’Heim findet 2015 vom 14. bis 16. August statt und zeichnete sich in den vergangenen beiden Jahren durch einen Stil-Mix aus: Sowohl Rock- und Pop-Fans als auch Anhänger elektronischer Musik kamen am Hockenheim-Ring auf ihre Kosten. Im August 2014 spielten bei Rock’n’Heim unter anderem die Beatsteaks, Fritz Kalkbrenner, Die Fantastischen Vier, Placebo, Korn und The Progidy.

(Report Anzeigenblatt)