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Mieses Wetter: Ernten im Eimer

M’gladbach (um). Kartoffeln mit Krautfäule, vergammelte Erdbeeren, Erntepausen beim Weizen: Auch Mönchengladbachs Bauern stöhnen über zweistellige Einbußen. Die Kreisbauernschaft spricht über unterdurchschnittliche Ernten. Von Ulrike Mooz

Wenn Erdbeeren faul und schimmelig statt prall und saftig am Strauch hängen, dann kann man sie nicht einfach unterpflügen. „Die Kollegen benötigen den vollen Aufwand, um sie zu ernten und zu entsorgen, damit neue ansetzen“, weiß Wolfgang Wappenschmidt, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Mönchengladbach/ Neuss.

Um die 25 Prozent sind vom schlechten Wetter „verhagelt“ worden, das bedeutet auch ein Viertel weniger an Einnahmen. Ähnlich vernichtend ist das Ergebnis bei der Wintergerste – auch hier 15 bis 20 Prozent weniger durch Unwetter, Starkregen und die Abwesenheit von Sonnenstunden in Mai und Juni. Die Weizenernte, die zur Zeit im Gange ist, musste am Wochenende wegen Regen immer wieder unterbrochen werden. „Gemüsebauern konnten zwar an Wasser sparen, aber dafür kämpfen sie mit Krautfäule bei den Kartoffeln“, so Wappenschmidt.

Die müsse man gleich zu Beginn bekämpfen – doch wie, wenn die Äcker wegen Schlamm nicht befahrbar sind? „Die Ernten sind unterdurchschnittlich aber noch keine Katastrophe“, sagt Wappenschmidt. Im Gegensatz zu den Kollegen in Nachbarstädten, wo richtig Überschwemmung war, sehe man hier noch „Land“.

(StadtSpiegel)