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Mit kleinen Kniffen Geld sparen

Mit kleinen Kniffen Geld sparen
Projektleiter Manfred Brendgens (l.) präsentiert gemeinsam mit Volksverein-Geschäftsführer Wilfried Reiners und Hildegard Wester vom Jobcenter Mönchengladbach das Stromspar-Grundpaket und das Equipment der Stromsparhelfer. FOTO: Andreas Baum
Mönchengladbach. Menschen mit geringem Einkommen Hilfestellung beim Energie sparen zu geben, ist eines der erklärten Ziele der Aktion "Stromspar-Check PLUS", die in der Vitusstadt unter Federführung von Volksverein und Jobcenter gestartet ist. Von Yvonne Simeonidis

In Zeiten konstant steigender Energiekosten ist jeder Hinweis, jede Hilfestellung Energie zu sparen, bare Euros wert. Gerade Menschen, die nur über ein geringes Einkommen verfügen, möchte die Aktion "Stromspar-Check PLUS" deswegen helfen. In über 160 deutschen Städten und Gemeinden läuft die Aktion bereits erfolgreich. Nun ist auch Mönchengladbach mit von der Partie.

Die bundesweite Aktion, initiiert von Caritas und dem Bundesverband der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands (eaD) und gefördert vom Bundesumweltministerium, wird vor Ort von Volksverein und Jobcenter betreut. Interessierte Bürger werden kostenlos zu Hause beraten, erhalten Ratschläge zum Thema Energiesparen und ein Grundpaket an Energiesparartikeln im Wert von bis zu 70 Euro.

"Wir haben für dieses Projekt vier Vollzeitstellen für 'Stromsparhelfer' geschaffen", erklärt Wilfried Reiners, Geschäftsführer des Volksvereins, "das Beratungsangebot wiederum richtet sich ausschließlich an Menschen mit geringem Einkommen. Dazu zählen ALG II-Empfänger, aber auch Rentner."

Manfred Brendgens ist Teil des fünfköpfigen Stromspar-Teams und sein Projektleiter. "Bei einem ersten Termin ermitteln wir bei den Kunden zu Hause den Stromverbrauch. Dies geschieht anhand von Abrechnungen aber auch mit Messgeräten, um etwa den Standby-Verlust von Elektrogeräten zu ermitteln", erklärt Brendgens den Ablauf. "Beim zweiten Termin verbauen wir dann, sofern benötigt, die Energiesparlampen, Perlatoren, Duschköpfe und Steckerleisten aus dem Grundpaket."

Aber nicht nur veraltete Technik wird ausgetauscht, die Stromsparhelfer geben auch Tipps, wie man durch kleine Handgriffe viel Energie sparen kann. "Es muss sich ein Verhaltenswechsel vollziehen", betont Reiners, "und wie könnte man den einfacher motivieren, als wenn man den Menschen zeigt, wie viel mehr Geld sie zur Verfügung haben können, wenn sie nur ein paar Kleinigkeiten im Alltag ändern."

Um den richtigen Ton zu treffen und verständlich erklären zu können, was der Stromspar-Check beinhaltet, haben Jobcenter und Volksverein sorgfältig ausgewählt, wer die Ausbildung zum Stromsparhelfer machen soll. "Wir haben nach besonders kommunikativen Menschen gesucht", beschreibt Hildegard Wester vom Jobcenter Mönchengladbach den Auswahlprozess.

Das Gros der Kosten übernimmt dabei das Jobcenter, das dafür Bundesmittel nutzen kann. Die restlichen Kosten übernimmt die Stadt. Das Projekt ist zunächst auf zwei Jahre ausgelegt. Zum Ende des Projektzeitraums erhalten die Stromsparhelfer die Möglichkeit ihre Arbeit durch eine IHK-Prüfung zertifizieren zu lassen.

Mit der Aktion "Stromspar-Check PLUS" werden so gleich mehrere Ziele erreicht. Diejenigen, die die Beratung in Anspruch nehmen, sparen Energie, reduzieren CO2-Ausstoß und haben am Ende des Jahres mehr Geld in der Kasse, Langzeitarbeitslose erhalten mit der Aufgabe als Stromsparhelfer eine neue Perspektive am Arbeitsmarkt und das Jobcenter spart ebenfalls Geld, da es zum Teil die Energiekosten seiner Kunden übernimmt. Bis Ende des Jahres sollen mindestens 250 Haushalte beraten werden.

(Report Anzeigenblatt)