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Mutmaßlicher Mörder war nicht in Gladbach

Mutmaßlicher Mörder war nicht in Gladbach
Großeinsatz der Polizei am Krankenhaus Neuwerk. Der mutmaßliche Kindermörder von Herne war aber nicht da. FOTO: Heike Ahlen
Mönchengladbach. Nach einem Zeugenhinweis durchsuchen starke Polizeikräfte das Krankenhaus Neuwerk. Am Ende konnte Entwarnung gegeben werden. Von Heike Ahlen

Am Donnerstagabend um kurz nach 21 Uhr ist alles vorbei. Marcel H., nach dem die Polizei in ganz NRW seit Montag fahndete, hat sich gestellt. Er soll einen Nachbarsjungen (9) in Herne mit Messerstichen getötet haben. Danach war er auf der Flucht gewesen.

Die erste Spur nach Mönchengladbach gibt es am späten Mittwochabend. Im Internet tauchte ein Bild auf, das einen jungen Mann in Tarnkleidung auf Gleis 9 des Gladbacher Hauptbahnhofs zeigt. Netz-User vermuten sofort, es könne sich um den Gesuchten handeln, die Ähnlichkeit ist groß. Gegen Mitternacht sind Zivilkräfte der Polizei am Bahnhof, überprüfen den Verdacht.

Erst am späten Donnerstagnachmittag stellt sich heraus, dass es sich um einen 16-Jährigen handelt. Er meldet sich selbst bei der Polizei und wird zweifelsfrei als der Mann auf dem Foto identifiziert.

Vorher hatte es am Donnerstagvormittag einen großen Polizeieinsatz rund um das Krankenhaus Neuwerk gegeben. Schon um kurz nach acht Uhr morgens bemerken Anwohner, wie immer mehr Polizeiautos am Krankenhaus eintreffen. Eine Zeugin, die von der Polizei als sehr glaubwürdig eingestuft wird, hatte die Beamten informiert, dass sie glaube, den mutmaßlichen Täter im Krankenhaus erkannt zu haben. Das passt in den Kontext – denn die Dortmunder Polizei hatte bekannt gegeben, dass es möglich sei, dass H. an der Hand verletzt sei und medizinische Hilfe suchen könnte.

Zunächst werden sämtliche Ausgänge des Krankenhauses gesichert. Wer herein oder hinaus will, wird kontrolliert. Beamte einer Hundertschaft rücken an, um das Krankenhaus zu durchsuchen. Die Dünner Straße ist gesperrt.

Der Krankenhaus-Betrieb kann weiterlaufen. Wer einen dringenden Termin hat, wird eingelassen. Polizisten helfen Menschen auf Krücken die Stufen hinauf. Stockwerk für Stockwerk durchsuchen die Beamten das Krankenhaus. Später lobt eine Sprecherin des Krankenhauses die gute Zusammenarbeit mit der Polizei.

Schulen in der Umgebung informieren die Eltern, dass sie ihre Kinder an diesem Tag bitte bei Unterrichtsschluss abholen mögen, kein Kind solle unbegleitet unterwegs sein.

Gegen 13 Uhr ist der Einsatz beendet. Die Polizei teilte mit, dass es sich bei der Person, die gesehen worden war, „definitiv nicht um den Gesuchten handelt“.

Die Aufregung in Mönchengladbach ebbt nur langsam ab. Denn zwischendurch waren fast minütlich neue Hinweise eingegangen, wo jemand den mutmaßlichen Täter im Stadtgebiet gesehen haben wollte – in einem Geschäft in Rheydt, in der Nähe der Trabrennbahn, auf einem Hundeplatz. Die Polizei arbeitet alle Hinweise ab, alle mit dem gleichen Ergebnis: Er ist nicht da.

Als am Abend die Nachricht kommt, dass der Verdächtige sich in Herne gestellt hat, ist die Erleichterung auch in Mönchengladbach groß. „Jetzt kann ich beruhigt ins Bett gehen“, schreibt eine Userin in einem sozialen Netzwerk – es ist nur einer von zahlreiche

n ähnlichen Kommentaren.

(Report Anzeigenblatt)