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Neuer Theaterplan mit Fußballfest

Die laufende Spielzeit ist noch nicht zu Ende, da legt das Gemeinschaftstheater bereits das neue Programm vor. Von Ernst Müller

Krefeld / Mönchengladbach.

„Wir sind Borussia!“ Dieser Ruf erschallt nicht etwa im Gladbacher Sportstadion, sondern auf den Bühnen des Gemeinschaftstheaters. Denn Schauspieldirektor Matthias Gehrt hat ein regionales „Fußballfest“ in den neuen Spielplan aufgenommen. Eine fetzige Revue mit Musik, Live-Band, Fangesängen und fast dem gesamten Schauspielensemble. „Wir wollen damit auch neue Zuschauerkreise für unser Theater interessieren“, sagt Gehrt. Premiere ist am 13. September in Mönchengladbach.

Mit dieser Eigenproduktion setzt Gehrt tatkräftig um, was Generalintendant Michael Grosse als Leitlinie für die kommende Spielzeit 2016/17 ausgegeben hat: „Wir wollen Zeitgenossenschaft“. Deshalb wird auch Gehrts Flüchtlingsprojekt, das in wenigen Wochen in Krefeld unter dem Titel „Kein schöner Land“ Uraufführung hat, in der nächsten Spielzeit fortgeführt. Arbeitstitel: „Von Lampedusa nach Lüdenscheid.“

Ganz aktuell ist auch das Stück „Eine Frau flieht vor einer Nachricht“ des israelischen Autors David Grossmann. Die kritische Verarbeitung israelischer Besatzungspolitik wird im Theater Gladbach am 9. April 2017 als deutsche Erstaufführung unter der Regie einer israelischen Top-Regisseurin zu sehen sein: Dedi Baron.

Das bedeutet nun nicht, dass der klassische Theaterstoff vernachlässigt würde: So steht Gotthold Ephraim Lessings hintersinnige Komödie „Minna von Barnhelm“ neu auf dem Spielplan.

Klassik kommt auch in der Musiksparte nicht zu kurz: Für Wagners „Lohengrin“ wird eigens der Chor aufgestockt. Mit Glucks „Orpheus und Eurydike“ kehrt eine Barockoper auf unsere Bühne zurück. Und das beliebte Märchenspiel „Hänsel und Gretel“ soll nach Wunsch von Operndirektor Andreas Wendholz zum weihnachtlichen Repertoire-Stück avancieren. Verdi-Fans werden sich über den „Maskenball“, einem Melodramma in drei Akten, freuen.

Daneben setzt auch in der Musiksparte die Moderne ihre Akzente: Um Ausreise und Fremdheit geht es in dem musikalischen Drama „Der Konsul“, das 1950 erstmals in den USA aufgeführt wurde und schon 1951 in Krefeld. In der Kammeroper des bekannten Neurologen Oliver Sacks „Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte“ darf erstmals das Publikum auf der Bühne Platz nehmen. Düster kommt die tschechische Oper „Katja Kabanova“ daher, ein psychologisches Drama. Regisseur Francois de Carpentries, der das Publikum mit „Manon“ verzauberte, wird die italienischen Kurzopern „Cavalleria rusticana“ und „Gianni Schicchi“ zu einem Ganzen verweben.

Mit neuen Choreographien wartet Ballett-Direktor Robert North auf. Für Kinder gut geeignet bringt er „Pinocchio“ als bunten Tanzabend auf die Bühne. Musikfreunde werden sich in „Teufelskreis“ über die musikalische Mischung von Richard Wagner bis zu Michael Jackson wundern. Musik der klassischen Moderne begleitet den dreiteiligen Ballettabend „Sinfonie des Lebens“.

Das gesamte Programm mit allen Wiederaufnahmen aus der laufenden Spielzeit findet sich im neuen Programmheft, das ab der ersten Maiwoche ausliegt. Im Internet ist es jetzt bereits greifbar:

www.theater-kr-mg.de

(Report Anzeigenblatt)