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Neues aus dem Tiergarten

Neues aus dem Tiergarten
Irgendwie faszinierend, diese Achatschnecke. Sie gehört zu den neuen Bewohnern des Tiergartens. FOTO: Andreas Baum
Odenkirchen. Neue Tierarten haben es sich seit Mitte Mai im Tiergarten Mönchengladbach gemütlich gemacht. Extra-Tipp Mitarbeiterin Simone Krakau hat sich die Neulinge einmal genauer angeschaut und auch dem Nachwuchs der alt eingessenen Tiere einen Besuch abgestattet. Von Simone Krakau

Tiere, die Ekel auslösen, sind interessant – das weiß Tiergartenleiterin Dr. Katrin Ernst. Ob ich „eklige Tiere“ aber so gut finde, weiß ich am Anfang meines Besuches noch nicht so genau. Eigentlich kann ich mich für fast jedes Tier begeistern: Hunde sind für mich eh alle süß, Kaninchen finde ich flauschig und am liebsten hätte ich ganz viele. Sehe ich dann mal Afrikas Tiere wie Löwen, Giraffen oder Elefanten, ist es sowieso um mich geschehen. Rotknie-Vogelspinnen und große Achatschnecken allerdings stehen nicht ganz oben auf meiner Haustier-Wunschliste.

Die beiden Tiere, ein Afrikanischer Riesentausendfüßler und Samtschrecken gehören seit Mitte Mai zu den neuen Bewohner des Odenkirchener Tiergartens. In vier Terrarien im Papageien-Haus findet man nun diese interessanten Gesellen. „Für die Kinder sind sie der Renner“, erzählt Tiergartenleiterin Dr. Katrin Ernst. Bei Zooführungen haben es sich die kleinen Besucher somit auch nie nehmen lassen, die Tiere einmal näher kennenzulernen und anzufassen. Dann lasse auch ich mich auf diese Mutprobe ein und prompt sitzt auch schon eine Achatschnecke auf meiner Hand. Gar nicht mal so eklig, vielleicht ein wenig schleimig, fühlt sich das Tier auf meiner Hand an – irgendwie aber auch unecht, denn von Bewegung fehlt jede Spur. Dr. Ernst versucht dann die Schnecke langsam zu entfernen. Das scheint gar nicht so einfach, denn sie hat sich richtig festgesaugt. Auf meiner Hand hinterlässt sie einen gelblichen Schleim. „Das ist normal“, sagt die Tiergartenleiterin.

Als nächstes lerne ich die Rotknie-Vogelspinne kennen. Zu Beginn noch ganz tapfer zittert meine Hand dann doch ein wenig, als ich den Achtbeiner auf mich zukommen sehe. Sofort merke ich aber, dass sie „halb so wild“ ist. Ihre Härchen fühlen sich richtig weich an und sie krabbelt ein bisschen über meine Hand.

Eigentlich ist der Tausendfüßler der einzige der Neulinge, der mir nicht ganz so geheuer ist. Dass das Insekt nicht knallgrün ist und mehrere bunte Schuhe trägt (ich besaß einst so ein Kuscheltier), ist mir mittlerweile klar, aber das es pechschwarz ist und eine harte Außenschale hat, war mir nicht bewusst. Aber wo sind denn eigentlich die 1 000 Füße? „Ein Tausendfüßler hat gerade mal 256 Beine“, erklärt Dr. Ernst.

Die Tiergartenleiterin zeigt mir in einer ganz persönlichen Zooführung die 80 weiteren Tierarten, die der Garten bietet. Ein Highlight ist der ein paar Wochen alte kleine Hirsch, der es sich im Unterholz bequem gemacht hat. „Die Mutter kommt mehrmals am Tag zum säugen vorbei“, so Ernst. „Wir nennen ihn gerne Bambi.“ Auch die Nasenbären haben wieder Nachwuchs. Zwei Jungtiere toben sich gerade aus und schlängeln sich an Seilen entlang.

Obama und Herr Schulze, die beiden Alpakas, haben sich pünktlich zum Sommer eine neue Frisur zugelegt. Komplett geschoren, bis auf einen Irokesen zwischen den Ohren, genießen sie die Morgensonne. „Als die beiden sich zum ersten Mal gegenseitig so kahl gesehen haben, waren sie sehr skeptisch“, lacht Ernst.

Im Odenkirchener Tiergarten gibt es immer wieder etwas Neues zu entdecken – ein Besuch lohnt sich definitiv. Möchte man den Tiergarten unterstützen, kann man eine Patenschaft für ein Tier übernehmen. Los geht es ab 35 Euro im Jahr.

(Report Anzeigenblatt)