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Nicht immer lustig, aber es macht Spaß

Nicht immer lustig, aber es macht Spaß
Sie tragen als Geschäftsführender Vorstand die wirtschaftliche Verantwortung (v.l.): Vorsitzender Günter Claßen, Schatzmeister Michael Eßer und Geschäftsführer Torsten Jansen.
Holt. Seit 80 Jahren gibt es in Holt die Karnevalsgesellschaft „Immer lustig“. 1935 gegründet, hat sie sich seit Jahren bei ihren Veranstaltungen ganz dem Kölsche Fasteleer verschrieben und das, so sagt es Vorsitzender Günter Claßen, macht sie zur Ausnahme in Mönchengladbach. Von Franz Josef Ungerechts

Einen Karnevalsverein zu führen ist nicht immer lustig, meistens ist es sogar mit harter Arbeit verbunden, sagt Günter Claßen, der Vorsitzende der KG „Immer lustig“. Was den Verein angeht, müsse man sich schon mit einer kleinen Firma vergleichen, die Umsätze tätigt und Gewinne macht, Ausgaben hat und Bilanzen offen legen muss. Wegen dieser wirtschaftlichen Ausrichtung sind die Holter Karnevalisten nicht mehr als gemeinnützig anerkannt.

1993 entschied man sich in Holt, den Weg in das Metier des Kölsche Fasteleer einzuschlagen, sich ausschließlich auf Künstler aus dem Umfeld der Domstadt zu konzentrieren und in Mönchengladbach zu präsentieren. Ein Weg, so sagt Günter Claßen, der nötig war.

1980 verlor die Gesellschaft nach dem Abbruch vom Lammers Saal ihre Heimat. Mit Hilfe lokaler Politiker konnte mit der Turnhalle in Hehnerholt ein Ausweichquartier geschaffen werden. Doch Karneval mit einem anspruchsvollen Programm und vor „nur“ 400 Besuchern, ließen sich für die Holter Karnevalisten nicht vereinbaren. Der Gedanke „Festzelt an der Immermannstraße“ kam auf und wurde umgesetzt.

1993 feierte „Immer lustig“ zum ersten Mal Karneval im Zelt, mitleidig und auch argwöhnisch von anderen Gesellschaften beobachtet. Fast schon bösartig und gar nicht so lustig wurden die Holter in „Camping-Karnevalsgesellschaft“ umbenannt. Trotzdem - die Holter ließen sich nicht beirren, es ging aufwärts und 1997 wurde die erste FUN-tastische Nacht gestartet, damals mit der Oldieband FUN.

Günter Claßen (seit 1983 als Kassierer und Schatzmeister dabei) wurde 1999 Vorsitzender. Er und der Gesamtvorstand bauten kontinuierlich weiter an der Kölner Philosophie. So sind in dieser Session Künstler wie „Bläck Fööss“, Cat Balou, Bernd Stelter, „Domstürmer“, „Rheinveilchen“, „Rabaue“, Marita Köllner, „Die Räuber“ und einige mehr nur bei der KG „Immer Lustig“ zu erleben. Günter Claßen: „Das gibt es nur im Holter Festzelt und nicht im ehemaligen Hockeypark!“

Natürlich haben solche Spitzenkräfte, die bei einer Kölner Agentur gebucht werden, auch ihren Preis. Im Schnitt, so erklärt Günter Claßen, schlagen Büttenredner mit 1 000 Euro zu Buche; manche verlangen auch mehr. Für das erste Gladbacher Sitzungskonzert am 14. November, ab 19.30 Uhr, mit unter anderem Bernd Stelter, Martin Schopps, „Domstürmer“ und die „Fidele Kölsche“, werden zirka 30 000 Euro veranschlagt. Nach der eigentlichen Sitzung bitten die „Bläck Fööss“ zum Konzert.

(Report Anzeigenblatt)